Direkt zum Inhaltsbereich

Magenverträglichkeit von Coxib belegt

WIESBADEN (grue). Der selektive Cox-2-Hemmer Etoricoxib (Arcoxia) verringert das Risiko für nicht-lebensbedrohliche Magen-Darm-Komplikationen im Vergleich zur Therapie mit einem traditionellen NSAR. Das hat die weitere Analyse der MEDAL-Studie belegt.

Veröffentlicht:

Im MEDAL-Studienprogramm (Multinational Etoricoxib and Diclofenac Arthritis Long-Term) wurden Patienten mit Arthrose oder Rheumatoider Arthritis entweder mit Etoricoxib oder dem traditionellen NSAR (tNSAR) Diclofenac behandelt. Dazu gibt es jetzt eine gepoolte präspezifizierte Subgruppen-Analyse, die Dr. Wolfgang Bolten aus Wiesbaden vorgestellt hat. Demnach sind mit Etoricoxib im oberen Magen-Darm-Trakt signifikant weniger komplikationsarme Ereignisse (Blutung, Perforation, Obstruktion oder Geschwüre) aufgetreten als mit Diclofenac, die Hazard Ratio (HR) betrug 0,57.

Ähnlich war das Ergebnis bei Patienten, die zusätzlich Protonenpumpenhemmer eingenommen haben (40 Prozent) oder niedrig dosierte ASS (33 Prozent). "Die MEDAL-Studie weist für Etoricoxib in Tagesdosen von 60 und 90 Milligramm einen deutlichen Vorteil im Hinblick auf die gastrointestinale Verträglichkeit hin", so Bolten bei einer MSD-Veranstaltung zum Internisten-Kongress. Bei der Häufigkeit schwerer Komplikationen gab es zwischen den Gruppen statistisch keinen Unterschied (HR 0,91).

Bolten wies darauf hin, dass Magen-Darm-Komplikationen oft keine vorherigen Warnsymptome haben. Patienten sollten die mit der Einnahme verbundenen Risiken kennen und in den Gebrauchsinformationen darauf hingewiesen werden. Hier gebe es bei traditionellen NSAR Nachholbedarf, so Bolten. So habe das BfArM die NSAR-Hersteller kürzlich angehalten, die Hinweise bis spätestens Ende August aufzunehmen.

Für Coxibe und tNSAR gibt es unterschiedliche Warnhinweise und Kontraindikationen. "So sind zum Beispiel traditionelle NSAR bei aktiven und rezidivierten peptischen Ulzera und Blutungen kontraindiziert, für Coxibe gilt bezüglich rezidivierter Ereignisse nur ein Warnhinweis", sagte Bolten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Entzündungsgrad und Rezidivrisiko

Riesenzellarteriitis abklären mit Ultraschall und OGUS

Rotatorenmanschetten-Anomalien

MRT-Befunde wohl nicht mit chronischen Schultersymptomen assoziiert

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor