Moderne Antidepressiva beugen Suizid vor - bei Erwachsenen

VERONA (mut). Nach Daten einer neuen Meta-Analyse senken moderne Antidepressiva das Suizidrisiko bei Erwachsenen bis um die Hälfte. Die Analyse bestätigt allerdings auch: Bei Jugendlichen steigt mit SSRI das Suizidrisiko.

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Die Meta-Analyse italienischer Forscher von acht Studien mit insgesamt 200 000 Depressionspatienten liefert damit neue Nahrung für die Diskussion um das Suizidrisiko bei einer SSRI-Therapie. Zur Erinnerung: Die US-Behörde FDA hatte 2007 eine Blackbox-Warnung für SSRI angeordnet, nachdem in einer Analyse von Studien mit 100 000 Patienten ein erhöhtes Suizidrisiko bei Menschen unter 25 Jahren beobachtet worden war. Für die Altersgruppe von 25 bis 65 Jahren ergab sich kein Einfluss der Therapie auf die Suizidgefahr, und für Menschen über 65 stellte die FDA damals ein reduziertes Risiko mit SSRI fest.

Nach Daten der neuen Analyse von Dr. Corrado Barbui aus Verona ist jedoch auch bei Erwachsenen unter 65 Jahren mit SSRI das Risiko für Suizide und Suizidversuche reduziert, und zwar um 43 Prozent, bei älteren Menschen sogar um 54 Prozent. Der Unterschied zu den bisherigen Studien lasse sich vielleicht damit erklären, dass die neue MetaAnalyse tatsächlich nur versuchte und vollendete Suizide berücksichtigte, nicht jedoch - wie viele andere Studien - auch suizidale Absichten und Gedanken, so die Autoren. Doch sie fanden auch nach diesen Kriterien bei Jugendlichen ein um fast das Doppelte erhöhte Suizidrisiko (CMAJ 180, 2009, 291).

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