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Monatsspritze gegen HIV statt täglicher Pillen

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PARIS / LONDON. Eine intramuskuläre Monatsspritze kann das HI-Virus im Körper einer Studie zufolge ebenso gut kontrollieren wie die bisher übliche tägliche Einnahme von Tabletten. Das hat ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung am Montag bei der HIV-Konferenz in Paris berichtet. Sollten Zulassungsstudien – die bereits laufen – die im "Lancet" (2017; online 24. Juli) veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, könnte es erstmals eine Injektionstherapie gegen HIV geben, die nur alle vier Wochen nötig wäre. Unabhängige Experten sprechen in einem "Lancet"-Kommentar von einem Meilenstein in der Geschichte der HIV-Therapie.

Bei der HIV-Behandlung nehmen Patienten derzeit täglich oral drei Wirkstoffe, die die Viruslast im Blut unter die Nachweisgrenze drücken können. Seit einigen Jahren gibt es Kombinationspräparate, so dass Betroffene nur noch eine Tablette pro Tag benötigen. Die nun getestete Injektionstherapie könnte die Behandlung weiter vereinfachen: Patienten bräuchten – im Fall der Zulassung – nur noch alle vier Wochen eine Dosis, allerdings als intramuskuläre Injektion.

In der Studie, die auch in Deutschland vor allem die Sicherheit der Therapie prüfte, nahmen rund 300 Teilnehmer zunächst 20 Wochen lang wie üblich drei Wirkstoffe als Tabletten ein, um die Viruslast im Körper zu senken. Danach führten knapp 60 Patienten diese Behandlung fort, während jeweils 115 Teilnehmer zwei Wirkstoffe im Abstand von vier und acht Wochen intramuskulär injiziert bekamen. Nach knapp zwei Jahren ( 96 Wochen) war in der Studie die Viruskontrolle bei Injektionstherapie (Cabotegravir plus Rilpivirin) sogar etwas ausgeprägter als bei konventioneller Einnahme von Tabletten (Cabotegravir plus Abacavir–Lamivudin). Bei rund 90 Prozent der Betroffenen wurde das Virus dauerhaft unterdrückt – sowohl bei Injektionen im Abstand von vier Wochen wie auch von acht Wochen. Häufigste Nebenwirkung waren Schmerzen an der Einstichstelle, die im Mittel nach drei Tagen abklangen.

Die Ergebnisse zeigten, "dass eine langwirkende injizierbare antivirale Therapie über einen langen Zeitraum sowohl hocheffektiv sein als auch gut vertragen werden kann", wird Ko-Autor Joseph Eton von der University of North Carolina in Chapel Hill in einer "Lancet"-Mitteilung zitiert. Zulassungsstudien für die Injektionstherapie laufen bereits – allerdings nur für den Abstand von vier Wochen. Die achtwöchige Injektion hatte bei vier Teilnehmern nicht angeschlagen.

Eine seltenere Anwendung könnte dazu führen, dass Patienten sich zuverlässiger an Therapien halten. Dies würde sowohl die Kontrolle des Aids-Erregers verbessern als auch die Entstehung von Resistenzen gegen Wirkstoffe erschweren.

"Diese Resultate verdienen große Aufmerksamkeit", schreiben Mark Boyd von der University of Adelaide und David Cooper von der University of New South Wales in Sydney in einem "Lancet"-Kommentar. "Eine antivirale Injektionstherapie ist umso attraktiver, je seltener sie injiziert werden muss." Die Studie biete einen markanten Meilenstein in der Entwicklung von HIV-Therapien.(mal/dpa)

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