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Neue Nanopartikel gegen Krebs ahmen die Natur nach

BERLIN (gvg). Forscher haben eine neue Art von Nanopartikeln konstruiert, die ihren Weg ins Tumorgewebe selbst finden. Das Besondere: Einmal vor Ort, locken sie weitere Nanopartikel nach Art einer Kettenreaktion an und blockieren gleichzeitig die Blutzufuhr des Tumors.

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"Das System imitiert die Wirkungsweise von Blutplättchen", erläutert der Krebsforscher Dr. Dmitri Simberg von der Universität Kalifornien (Proceedings of the National Academy of Sciences 104 / 3, 2007, 932). Grundlage ist ein Eiweißmolekül, das aufgrund seines Aufbaus spezifisch verklebte Plasma-Proteine erkennen kann. Solche Formationen kommen in gesundem Körpergewebe nicht vor, wohl aber in bösartigem Tumorgewebe.

Dieses Peptid haben die Forscher an verschiedene Nanopartikel angeheftet, darunter die häufig verwendeten Eisenoxidpartikel. Nach Injektion in den Blutkreislauf von Mäusen mit Brustkrebs konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich das Konstrukt praktisch ausschließlich im Tumor und (nach Ausscheidung) in der Blase anreichert, nicht aber in anderen Körperregionen. Voraussetzung war allerdings, dass vorher die Makrophagen mit einer speziellen Vorbehandlung blockiert wurden.

Simberg ist der Auffassung, dass seine Nanopartikel eine interessante neue Möglichkeit sein könnten, um intravenös verabreichte Chemotherapeutika direkt ins Tumorgewebe zu lotsen. Sie tragen nämlich dazu bei, dass zwei in der Anti-Tumor-Therapie erwünschte Effekte sich gegenseitig verstärken.

Zum einen verstärken die Partikel - ähnlich wie Blutplättchen - ihre eigene Anreicherung im Gewebe. Denn das Peptid bindet nicht an Oberflächenantigene der Tumorzellen, sondern an verklebte Plasma-Peptide. Dadurch wird es selbst zur Zielstruktur für andere Nanopartikel.

Zum anderen führt dieser quasi thrombotische Prozess dazu, dass die Blutversorgung des Tumors immer weiter eingeschränkt wird, was dem Krebsgeschwür (ähnlich wie Angiogenese-Hemmstoffe) den nötigen Sauerstoff entzieht. Ideal wäre es vor diesem Hintergrund, Chemotherapeutika so an die Nanopartikel anzudocken, dass sie nach Thrombosierung der Blutgefäße des Tumors langsam freigesetzt werden. Der Krebs würde so gleich doppelt in die Zange genommen. Entsprechende Untersuchungen sind schon geplant, zunächst allerdings nur in Tierexperimenten.

Weitere Informationen zu Nanotechnik zum Beispiel unter www.bmbf.de/de/nanotechnologie und http://www.foresight.org/

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