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Notfallseelsorger helfen, wo der Rettungsdienst keine Zeit hat

HOPSTEN (run). Für die Angehörigen der bei dem schweren Busunglück auf der Autobahn 14 bei Plötzkau (Sachsen-Anhalt) getöteten und verletzten Menschen ist in der Gemeinde Hopsten ein Krisenzentrum eingerichtet worden. Etliche Notfallseelsorger kümmern sich dort um die Hinterbliebenen.

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Dass nach solch schweren Unglücken Hinterbliebene, Überlebende und auch Helfer einer besonderen Betreuung bedürfen, wurde seit den 80er Jahren zunehmend publik. Denn zu dieser Zeit war zwar in Deutschland bereits ein gut organisiertes und gut funktionierendes Rettungswesen etabliert, sodass Verletzte sehr schnell fachlich versorgt wurden. Aber die Kapazitäten der Retter waren - und sind - begrenzt. Und so blieb meist für unverletzte Beteiligte oder Angehörige kaum Zeit.

Hinzu kamen mehrere Ereignisse in diesem Zeitraum - etwa das Flugunglück in Rammstein 1988 sowie das Busunglück von Donaueschingen 1992 -, die deutlich machten, wie dringend notwendig ein Handeln in diesen Bereichen ist. 1989 wurde daraufhin die Zusammenarbeit von Rettungskräften und Seelsorgern in die Richtlinien des Katastrophenschutzes aufgenommen. Somit wurde die Voraussetzung für die Bildung der Notfallseelsorge (NFS) geschaffen.

Seit Anfang der 90er Jahre sind inzwischen bundesweit Kriseninterventions-Teams (KIT) beziehungsweise Notfallseelsorge-Teams (NFS) oft in Zusammenarbeit mit den Kirchen entstanden. Ihre Aufgabe ist es, dort, wo Polizei und Hilfskräfte nach der ersten Versorgung keine Zeit haben, sich um Betroffene zu kümmern und ihnen zu helfen, Kontakt zu Freunden und Verwandten aufzunehmen, die innere Situation ein wenig zu ordnen und einfach dazusein. Dieses Angebot gilt auch für Mitarbeiter der Rettungsdienste, damit sie mit dem Erlebten nicht alleine bleiben.

Spätestens seit dem Flugunglück von Ramstein wurde man darauf aufmerksam, dass auch die Helfer Belastungen ausgeliefert sind, die zu lang anhaltenden und ernsthaften psychisch-seelischen Störungen führen können. Ein an den Löscharbeiten beteiligter Feuerwehrmann brach zum Beispiel in der Fußgängerzone von Düsseldorf wegen eines darüberfliegenden Flugzeuges zusammen und erlitt einen Herzinfarkt. Es stellte sich heraus, dass er angesichts des Geräusches das Ereignis - für ihn völlig real - wiedererlebt hatte.

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