Opioid-Pumpe ohne Kabel und Schläuche

HAMBURG (grue). Patienten können künftig nach Operationen ihren akuten Schmerzmittelbedarf über ein kleines Gerät selbst steuern. Es wird auf den Oberarm geklebt und schleust den Wirkstoff über die Haut ins Blut.

Veröffentlicht:

Der neue Apparat für die Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA) kommt ohne Kabel und Schläuche aus. Er ist mit dem Opioid Fentanyl befüllt und bringt einzelne Schmerzmitteldosen binnen zehn Minuten transdermal in den Kreislauf.

Das batteriebetriebene Gerät nutzt das Prinzip der Iontophorese. Mit Schwachstrom (170 µA) wird per Knopfdruck die programmierte Menge an ionisierten Opioid-Molekülen durch die Haut transportiert. Das sogenannte iontophoretische Patienten-aktivierte transdermale System (iPATS) reagiert deutlich schneller als die bekannten Pflaster für die Therapie chronischer Schmerzen. Die Applikation ist inzwischen als Ionsys® auf den Markt gekommen.

Das Gerät erleichtert den Pflegekräften die Arbeit.

"Das neue Verfahren für die Akutschmerztherapie ist einfach anzuwenden, und die Patienten sind damit leicht mobilisierbar", betonte Professor Stefan Grond aus Halle bei einer Veranstaltung des Unternehmens Janssen-Cilag in Hamburg. Das iPATS war in Studien ebenso wirksam und verträglich wie eine konventionelle intravenöse PCA mit Morphin, berichtete Grond. Mit der leichten Anwendung waren Pflegekräfte und Patienten gleichermaßen zufrieden.

Ein iPATS hat die Größe einer Scheckkarte und besteht aus einem Gehäuse mit einer Dosiertaste und einer LED-Leuchtanzeige. Es ist mit 80 Dosen Fentanyl zu jeweils 40 µg gefüllt, von denen der Patient maximal sechs Dosen pro Stunde abrufen kann. Der Beginn der Wirkstofffreigabe wird akustisch angezeigt. Nach Entleerung oder nach Ablauf von 24 Stunden inaktiviert sich das Gerät von selbst und kann bei Bedarf ausgetauscht werden.

Nach Angaben von Grond wird es am besten noch im Aufwachraum bei stabil auf Schmerzmittel eingestellten Patienten aufgeklebt. "Damit sind Komplikationen der konventionellen PCA, wie sie beim Programmieren oder Befüllen der i.v.-Systeme auftreten können, ausgeschlossen", erläuterte Grond.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Ein Blick in den Versorgungsvertrag der AOK Sachsen-Anhalt

Rückenschmerzen: „Eine frühzeitige Intervention ist sehr wichtig“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg

Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Abb. 1: Anteil der PMR-Patientinnen und -Patienten mit anhaltender Remission (primärer Endpunkt)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Erstes steroidsparendes Biologikum bei Polymyalgia rheumatica

Sarilumab schließt eine therapeutische Lücke

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Arzt in einem weißen Arztkittel spricht mit einem männlichen Patienten über die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung und gibt anhand dieser eine Behandlungsempfehlung ab.

© Pcess609 / stock.adobe.com

Kommunikationsfehler vermeiden

Tipps: So sollten Sie mit Patienten über Risiken und Zahlen sprechen

Weltkugel mit Viren

© ImageFlow / stock.adobe.com

Review und Leitlinie

Ambulante antivirale COVID-19-Therapie: Was US-Wissenschaftler empfehlen

Das hochintensive Intervalltraining (HIIT) enthält kurze, aber maximale Belastungsphasen mit anschließender kurzer Erholungspause.

© shevtsovy / stock.adobe.com

Prävention kardiometabolischer Risiken

Wie hochintensives Intervalltraining Herz und Lungen stärkt