PPI stören Plättchenhemmung nicht

BARCELONA (ob). Befürchtungen, dass Protonenpumpenhemmer durch Interaktion mit Clopidogrel dessen klinische Wirksamkeit abschwächen könnten, scheinen unbegründet zu sein: In einer großen prospektiven Interventionsstudie fanden sich dafür keine Anhaltspunkte.

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Viele mit einem Thienopyridin wie Clopidogrel behandelte Patienten erhalten auch zum Schutz vor möglichen gastrointestinalen Beschwerden oder Komplikationen einen Protonenpumpenhemmer (PPI). In jüngster Zeit ist allerdings eine Kontroverse darüber entbrannt, ob diese Kombinationstherapie riskant ist oder nicht. Den Anstoß dazu gaben Ergebnisse mehrerer Beobachtungsstudien, in denen eine gleichzeitige Protonenpumpenhemmer-Therapie bei mit Clopidogrel behandelten Patienten mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert war.

Als möglicher Grund wird ein hemmender Effekt von PPI und speziell Omeprazol auf die Konversion von Clopidogrel in seinen aktiven Metaboliten vermutet. Kritiker warnten allerdings davor, diese Assoziation vorschnell als Kausalbeziehung zu interpretieren - gab es doch auch Studien, die eine Risikoerhöhung in Verbindung mit Protonenpumpenhemmern nicht bestätigten.

Angesichts der kontroversen Datenlage haben jetzt die Initiatoren einer großen prospektiven Vergleichsstudie (TRITON-TIMI 38) ihre Daten daraufhin analysiert, ob sich ein mit der PPI-Therapie assoziiertes Risiko bestätigen lässt.

In der Studie sind bekanntlich die beiden Plättchenhemmer Clopidogrel und Prasugrel in ihrer klinischen Wirksamkeit bei 13 600 Patienten mit akutem Koronarsyndrom verglichen worden.

Ein Drittel aller Studienteilnehmer erhielt gleichzeitig eine PPI-Behandlung. Wie Dr. Michelle O'Donoghue aus Boston jetzt beim ESC-Kongress in Barcelona berichtete, liefert die aktuelle Analyse keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die PPI-Behandlung einen Effekt auf die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bei mit Clopidogrel oder Prasugrel behandelten Patienten hatte.

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