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Partnerschaften für neue Malaria-Medikamente

Die Initiative Medicines for Malaria Venture kümmert sich um die Entwicklung neuer Therapien gegen Malaria. Denn die Optimierung der Therapie muss weitergehen.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Eine Anopheles-Mücke: Mit der Klimaerwärmung könnte sich Malaria bis nach Deutschland ausbreiten. © dpa/lsw

Eine Anopheles-Mücke: Mit der Klimaerwärmung könnte sich Malaria bis nach Deutschland ausbreiten. © dpa/lsw

© dpa/lsw

BERLIN. Malaria-Impfung ist in aller Munde. Doch auch neue Therapien werden gesucht. Die Initiative Medicines for Malaria Venture (MMV) kümmert sich darum. In der Pipeline ist unter anderem ein Einmalpräparat zur Abtötung der Leberformen von Plasmodium vivax.

Bei MMV handelt es sich um eine so genannte Produktentwicklungspartnerschaft: Fördermittel aus öffentlichen Töpfen und von gemeinnützigen Stiftungen werden zusammengebracht mit Geldern von industriellen Unterstützern. Alle zusammen, so die Idee, können die Entwicklung von Medikamenten für seltene oder aufgrund ihres Auftretens in Entwicklungsländern vernachlässigte Erkrankungen besser stemmen als einer allein.

MMV wurde 1998 auf Initiative der damaligen WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland ins Leben gerufen. Mittlerweile sind viele pharmazeutische Unternehmen daran beteiligt, darunter als Gründungsmitglied GSK. Mittlerweile hat die MMW über 100 Partner in 38 Ländern. Der Beitrag der Industrie zu der Partnerschaft erschöpft sich nicht in finanzieller Unterstützung. Die Unternehmen stellen auch Personal, Knowhow und Technik zur Verfügung. Nicht zuletzt öffnen einige, wie etwa GSK, sogar ihre Substanzdatenbanken für externe Forscher.

Auf der Suche nach Alternativen zu Artemisinin

Aktuell zielten die Forschungs- und Entwicklungsprojekte der MMV vor allem in zwei Richtungen, sagte Dr. Jörg Möhrle, Direktor klinische Entwicklung bei der Initiative. Zum einen würden Medikamente gebraucht, die eine Alternative zum in Malaria-Kombipräparaten eingesetzten Wirkstoff Artemisinin bieten. Der Grund: "In der Mekong-Region haben sich Artemisinin-Resistenzen entwickelt, und sie scheinen sich auszubreiten", sagte Möhrle bei einem von GSK unterstützten Parlamentarischen Abend in Berlin.

Die zweite "Baustelle" sind Medikamente gegen Plasmodium vivax, jener Malaria-Variante, die außerhalb Afrikas dominiert. Sie ist in der Lage, Leberformen auszubilden, wodurch eine Malaria Monate nach der Ersterkrankung reaktiviert werden kann. Die Standardtherapie zur Abtötung der Leberformen sei derzeit eine 14tägige medikamentöse Behandlung, so Möhrle. Weil die Betreffenden sich aber gesund fühlen, wird das in Regionen mit ohnehin schlechtem Zugang zum Gesundheitswesen kaum wahrgenommen beziehungsweise durchgehalten.

Einmaltherapie gegen Plasmodium vivax im Test

Erste Erfolge hat MMV bereits vorzuweisen: So wurde in der Initiative eine neue pädiatrische Formulierung eines Malariapräparats entwickelt. Und zwei weitere Artemisinin-Kombipräparate sind im Zulassungsverfahren. Mit der Substanz Tafenoquin von GSK befindet sich auch ein Malaria-Präparat in der Entwicklung, das als Einmalmedikament bei Plasmodium vivax-Infektionen der Leber in Frage kommt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung von Primaquin mit geringerer Toxizität und wesentlich längerer Plasmahalbwertszeit.

Ob MMV erfolgreich weiterarbeiten kann, wird auch von der Finanzierung abhängen. "Die großen Geldgeber der Malaria-Forschung wie der Global Fund finanzieren keine Forschung und Entwicklung", so Möhrle. Die MMV braucht also andere Geldquellen, außer der Industrie vor allem die öffentliche Hand. Für den Zeitraum von 2010 bis 2014 werden 315 Millionen US-$ benötigt. Erst 170 Millionen davon sind in trockenen Tüchern. "Wir würden uns freuen, wenn sich auch Deutschland hier engagieren würde", so Möhrle.

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