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Patienten nach Struma-Op gut versorgt

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FALKENSTEIN (hbr). Nach einer Schilddrüsen-Operation werden die meisten Patienten in den Praxen von Hausärzten und Internisten hormonell gut eingestellt. Das belegen Daten der Schilddrüsenwoche Papillon 2007. Die Komplikationsraten der Operation selbst sind aber nicht zu vernachlässigen - deshalb wird auch in diesem Jahr wieder die Schilddrüse eine Woche lang in den Blick von Kollegen und Patienten gebracht.

Ausgewertet wurden Daten von 56 301 Patienten aus 648 Arztpraxen. Von den jeweils ersten fünf Patienten jeder Praxis, die sich dort nach der Operation wieder vorstellten, liegen bereits detaillierte Ergebnisse vor. Demnach hatten 54 Prozent dieser 2667 Patienten einen TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) zwischen 0,4 und 1,9 mU/l.

"Damit sind sie sehr gut eingestellt", sagte Professor Martin Grußendorf, der die Studie bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Falkenstein vorstellte. Für Patienten mit Schilddrüsenhormon-Therapie empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie einen Zielwert von 0,3 bis 1,2 mU/l. Weitere 16 Prozent lagen mit TSH zwischen 2 und 4 mU/l noch im normalen Bereich.

Abtasten der Schilddrüse bei leicht nach hinten gebeugtem Kopf und während des Schluckens liefert wichtige Hinweise auf Veränderungen.

Abtasten der Schilddrüse bei leicht nach hinten gebeugtem Kopf und während des Schluckens liefert wichtige Hinweise auf Veränderungen.

© Foto: Forum Schilddrüse

Sechs Prozent der TSH-Werte waren über 4 mU/l - Betroffene hatten also mindestens eine latente, wenn nicht schon eine manifeste Unterfunktion. Weitere fünf Prozent hatten eine latente oder manifeste Hyperthyreose (TSH unter 0,1 mU/l). Solch niedrige TSH-Werte nach Operation können aber Absicht sein, etwa bei Patienten mit Karzinom.

Häufigster Operationsgrund waren mit zwei Dritteln die Knotenkröpfe. Jeder sechste Eingriff erfolgte wegen diffuser Strumen. Nach solchen Operationen sind oft Medikamente nötig, um zum Beispiel eine erneute Strumabildung zu verhindern oder mangelnde Produktionskapazitäten auszugleichen. Denn das optimale Restvolumen von 5 bis 10 ml zu erhalten, lässt sich nicht immer verwirklichen: Bei 13 Prozent der Patienten in der Erhebung wurde die Schilddrüse komplett entfernt, so der Stuttgarter Endokrinologe. Jeder vierte Patient behielt 2 bis 10 ml. Von 50 Prozent liegen keine Messwerte vor.

Insgesamt erhielten von 56 301 Patienten nur vier Prozent keine Medikamente. Jeder zweite Patient nahm L-Thyroxin ein, jeder zehnte Jodid und jeder dritte Patient eine Jodid-Thyroxin-Kombination, zum Beispiel Thyronajod® 75 Henning.

Die von den Patienten oft befürchtete starke Gewichtszunahme ist offenbar eher selten. Nur 15 Prozent legten mehr als zwei Kilogramm zu, vor allem Patienten mit Morbus Basedow oder Autonomien. Ihr früher hochtouriger Stoffwechsel kommt bei guter Einstellung nach dem Eingriff wieder in ruhigere Bereiche.

Beachtet werden müssen aber die Risiken von Schilddrüsen-Operationen. So hatten sechs Prozent der über 56 000 Patienten postoperativ eine Recurrensparese oder eine Schädigung der Nebenschilddrüsen mit Hypokalzämie. Früherkennung und frühe Therapie von Strumapatienten mit Thyroxin plus Jodid seien also sinnvoll, um Operationen vorzubeugen, so Grußendorf. Die Papillon Schilddrüsenwoche findet deshalb auch in diesem Jahr wieder statt, um die Schilddrüse in den Blick von Kollegen und der Allgemeinbevölkerung zu lenken.

Schilddrüsenwoche 2008 im April

Unter dem Motto "Ihre Schilddrüse in guten Händen" findet im April wieder die Aktionswoche der Schilddrüseninitiative Papillon statt. Bundesweit werden Hausärzte Schilddrüsen palpieren. Denn Strumen und Knoten sind oft schon durch einfaches Abtasten erkennbar. Früherkennung und -therapie sind wichtig. Das kann Operationen vorbeugen. Die Aktion wird von Sanofi-Aventis und Fachgesellschaften unterstützt. Medienpartner ist die "Ärzte Zeitung".

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