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Krankheitsursachen

Plädoyer für eine umfassende Vernetzung

Das molekulare Verständnis vieler Krankheitsursachen ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Damit die Fortschritte in der Forschung in vollem Umfang auch bei den einzelnen Patienten ankommen, ist eine enge Vernetzung von Grundlagenforschern, Klinikern und Praktikern nötig.

Von Roland Fath Veröffentlicht:

BERLIN. Die großen Fortschritte bei der molekularen Pathogenese, allen voran in der Onkologie, sind auf Hochdurchsatz-DNA-Sequenziertechnologie und Genom Editing Profiling zurückzuführen.

Das Verständnis für die Entstehung von Tumoren und das Verhalten von Tumorzellen wächst praktisch jeden Tag, so Professor Michael Hallek vom Universitätsklinikum Köln, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

Dadurch wird es nicht nur möglich, das Erkrankungsrisiko des Einzelnen über einen genetischen Fingerabdruck immer besser vorherzusagen, sondern auch die Therapie von Erkrankten maßzuschneidern.

DGIM-Kongress, Medienpartner "Ärzte Zeitung"

18. bis 21. April, Mannheim, Congress Center Rosengarten

Leitthema: „Molekulare Prinzipien der Inneren Medizin; Aufbruch in eine neue Ära“

Plenarsitzungen: „Die ärztliche Kunst des Seinlassens“ (Professor Giovanni Maio, Freiburg), „Diagnostik und Prädiktion von Krebserkrankungen“ (Professor Reinhardt Büttner, Köln), „Diabetes“ (Professor Matthias Tschöp, München)

Alle Infos im Net unter www.dgim2015.de

"Für 30 bis 50 onkologische Erkrankungen wird die Genomanalyse zur Auswahl einer spezifischen Therapie relevant werden", schätzte der Kölner Onkologe bei einer Pressekonferenz der DGIM in Berlin vorab zum Internistenkongress.

Jetzt sei es die große Herausforderung, Strukturen zu schaffen, damit das zunehmende Wissen der Grundlagenforscher möglichst rasch in eine optimierte Patientenversorgung mündet.

"Das Wissen einzelner Ärzte reicht heute nicht mehr aus, um einen Patienten zu behandeln", so Hallek.

Notwendig sei eine umfassende Vernetzung von Fachrichtungen - etwa von Ärzten mit Forschern, von Pathologen mit Internisten - wie auch von Strukturen wie ambulanter und stationärer Versorgung.

Trotz der notwendigen zunehmenden Spezialisierung von Ärzten werde die Innere Medizin als ganzheitliches Querschnittsfach ihre große Bedeutung behalten, sagte Hallek.

Das Fach sei unter anderem relevant für die Synthese der Spezialbereiche und für das Festhalten an gemeinsamen Weiterbildungen.

Große Herausforderungen aufgrund der Fortschritte in der molekularen Medizin gebe es auch für die Gesellschaft, sagte Professor Christian Reichert, ebenfalls Onkologe an der Universität Köln.

Zu klären sei unter anderem, in welchem Umfang Genomanalysen bei einzelnen Patienten oder bei Gesunden zur Abschätzung eines Erkrankungsrisikos genutzt werden sollen und wie die gewonnenen Daten geschützt werden können.

Um zu verdeutlichen, welche starken Veränderungen die Innere Medizin - und die Medizin insgesamt -derzeit durchlebt, hat Hallek die 121. Jahrestagung der DGIM im April unter das Leitthema "Molekularbiologische Prinzipien der Inneren Medizin: Aufbruch in eine neue Ära" gestellt.

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