Magen- Darm-Geschwür

Rate der Ulkusblutungen bei alten Patienten steigt

WIESBADEN (ner). Die Zahl der Patienten mit Ulkuskrankheiten ist im Vergleich zu früheren Jahren zurückgegangen. Allerdings steige die Zahl komplizierter Ulzera, hieß es beim Internistenkongreß in Wiesbaden. Besonders bei Patienten über 65 Jahre müsse damit gerechnet werden, sagte Professor Wolfgang Fischbach aus Aschaffenburg.

Veröffentlicht: 26.04.2006, 08:00 Uhr

Elf Millionen Bundesbürger nehmen nach Fischbachs Angaben regelmäßig oder gelegentlich ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), zehn bis 20 Prozent der über 65jährigen Menschen bekommen NSAR. Der Verbrauch steige stetig, sei es zur Kardioprotektion, sei es aus demographischen Gründen mit zunehmend alten Menschen.

Besonders bei alten Patienten bestehe ein erhöhtes Risiko, an Ulkusblutungen zu sterben, so Fischbach bei einem vom Unternehmen Pfizer unterstützten Symposium unter Verweis auf eine dänische Studie. Dort hatte die Zahl der Krankhausaufnahmen wegen Ulzera innerhalb von zehn Jahren zwar nicht zugenommen, wohl aber die Häufigkeit von Todesfällen aufgrund von Ulkusblutungen.

Auch Studien aus Deutschland bestätigen: Die Inzidenz von Ulkusblutungen ist bei relativ jungen Menschen gesunken, bei alten Menschen jedoch gestiegen. Jährlich sterben 1200 bis 10 000 Menschen daran.

Mit Coxiben lasse sich zwar nicht die Häufigkeit der mit der analgetischen Therapie assoziierten dyspeptischer Beschwerden vermindern, wohl aber die Ulkusinzidenz, so Fischbach. So traten in einer Studie bei 655 Patienten mit Rheumatoider Arthritis mit zweimal 75 mg Diclofenac nach 24 Wochen bei 14 Prozent der Patienten Ulzera auf, mit zweimal 200 mg Celecoxib (Celebrex®) bei vier Prozent.

Wegen unerwünschter gastrointestinaler Wirkungen hatten 16 Prozent der Diclofenac-Patienten die Behandlung abgebrochen, bei Celecoxib lag die Abbruchrate bei vier Prozent. Eine Metaanalyse von neun randomisierten Studien mit Celecoxib im Vergleich zu NSAR und Placebo hat eine um 71 Prozent verminderte Ulkusinzidenz bei Anwendung des Coxibs ergeben.

"Coxibe haben definitiv eine im Vergleich zu NSAR geringere gastrointestinale Toxizität" so Fischbachs Schlußfolgerung. Mit der neuen Untersuchungsmethode der Kapselendoskopie sei inzwischen nachgewiesen worden, daß dieser Satz auch für den mittleren und unteren Gastrointestinaltrakt gelte.

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