Direkt zum Inhaltsbereich

Fußball-WM

Reisende brauchen Meningitisschutz

Veröffentlicht:

An Orten mit vielen Menschen auf engem Raum ist das Risiko einer Meningokokken-Infektion erhöht. Außer für Austauschschüler und -studenten in Wohnheimen sowie Mekka-Pilger ist die Impfung auch für WM-Reisende zu empfehlen.

Von Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

Meningokokken-Meningitis wird durch Neisseria meningitidis verursacht. Von den 13 Serotypen des Bakteriums sind fünf klinisch relevant: A, B, C, W135 und Y. Diese Serogruppen kommen regional in unterschiedlichen Anteilen vor. In Europa zum Beispiel dominieren die Typen B und C mit etwa 75 und 20 Prozent .

Einzelimpfstoffe gegen die Serotypen B und C sowie ein Konjugatimpfstoff gegen die Serotypen A, C, W135 und Y sind in Deutschland erhältlich. Die Kombivakzine ist vor allem auch für die Reisemedizin interessant. Je nach Risiko im Zielland ist zusätzlich der Einzelimpfstoff gegen Typ B zu empfehlen.

An Orten mit hohem Menschenaufkommen ist das Risiko einer Meningokokken-Infektion erhöht. So sollten zum Beispiel Fußball-Fans, die zur Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen und dort im Stadion oder beim Public Viewing die Spiele verfolgen werden, geimpft sein.

Viele Menschen sind asymptomatische Bakterienträger

Einige Länder wie die USA, England und Kanada schreiben für Austauschschüler und -studenten eine Meningokokken-Impfung vor. Für Teilnehmer an der Pilgerfahrt Hajj ist der Impfschutz gegen Meningokokken seit einigen Jahren Pflicht und bei der Einreise nach Saudi-Arabien vorzuweisen.

Besonders hoch ist das Infektionsrisiko im "Meningitis-Gürtel" Afrikas südlich der Sahara, und zwar vor allem während der Trockenzeit von Dezember bis Mai. Bei Reisen in die Region ist Impfschutz dringend angeraten. Gleiches gilt grundsätzlich für Aufenthalte in Endemiegebieten bei engem Kontakt zu Einheimischen.

Viele Menschen sind asymptomatische Träger von Meningokokken-Bakterien, die den Nasenrachenraum besiedeln. Die Übertragung auf andere Personen erfolgt über Tröpfchen, beispielsweise bei einem Anhusten oder Anniesen.

Eine Meningitis-Erkrankung äußert sich durch plötzliches Auftreten von hohem Fieber mit begleitenden starken Kopfschmerzen, schließlich kommt es zu Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübungen und Krämpfen. Die Letalität liegt bei etwa zehn Prozent.

Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek sind am CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf tätig.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten