Revaskularisierung verhindert Amputationen

WIESBADEN (djb). In Deutschland werden pro Jahr etwa 15 000 Major-Amputationen bei Diabetikern vorgenommen. Häufigste Ursache ist eine kritische Extremitätenischämie. Eine Revaskularisierung kann Amputationen oft verhindern.

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Der Erhalt der Beine bei Diabetikern mit Extremitätenischämie ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gefäßchirurgie. Ein großer Teil der zur Amputation führenden Fußläsionen könnte durch regelmäßige Inspektion der Füße, geeignetes Schuhwerk und einen rechtzeitigen gefäßmedizinischen Eingriff vermieden werden. Darauf hat Professor Gerhard Rümenapf vom Oberrheinischen Gefäßzentrum Speyer-Mannheim hingewiesen.

Bei etwa 90 Prozent der amputationsbedrohten Diabetiker könne mit einer operativen oder interventionellen Revaskularisierung die Durchblutung der Füße verbessert werden. Bei mindestens 80 Prozent werde damit eine Major-Amputation oberhalb des Sprunggelenks verhindert oder die Amputationsebene werde in die Grenzzone verschoben (Minor-Amputation).

Bei Major-Amputationen ist die Mortalität dreimal höher als bei einer arteriellen Rekonstruktion, so Rümenapf. Die perioperative Mortalität liegt bei bis zu 20 Prozent, eine primäre Wundheilung gelingt nur bei etwa 60 Prozent. Die Rekonstruktion sei zudem um etwa die Hälfte billiger als eine Major-Amputation.

Vor Amputation eines Diabetikerfußes sollte daher stets eine Revaskularisierung in einem spezialisierten Gefäßzentrum erwogen werden, plädierte Rümenapf bei einem von medac unterstützten Symposium in Wiesbaden. In Kombination mit interventionellen Verfahren biete die Gefäßchirurgie das breiteste Behandlungsspektrum, um Major-Amputationen zu vermeiden, die Gehfähigkeit wieder herzustellen, den Schmerz zu lindern, und die Fußläsionen abheilen zu lassen.

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