Verhütung

Schützt die Spirale vor Zervixkarzinomen?

Frauen, die mit einer Spirale verhüten, verringern dadurch wohl auch ihr Risiko, an Zervixkrebs zu erkranken.

Veröffentlicht: 13.12.2017, 15:02 Uhr

LOS ANGELES.Wie aus Daten der Vereinten Nationen hervorgeht, sind Intrauterinpessare nach der Sterilisation weltweit die zweithäufigste Verhütungsmethode von Frauen: 14 Prozent verhüten mit einem IUP. In Deutschland freilich ist die Situation anders, hier rangieren IUP zur Verhütung mit etwas mehr als 6 Prozent noch hinter Kondomen für Männer (6 Prozent) und weit hinter der Pille (37 Prozent). Ein Forscherteam um Victoria Cortessis von der University of Southern California in Los Angeles hat herausgefunden, dass Intrauterinpessare (IUP) mehr können als verhüten (Obstet Gynecol 2017; 30(6): 1226-1236): Laut Ergebnissen einer Metaanalyse von 16 Studien beugen IUP Zervixkarzinomen vor. Frauen, die jemals ein IUP verwendet hatten, hatten demnach ein um 36 Prozent niedrigeres Risiko, Zervixkrebs zu entwickeln als Frauen, die niemals eine Spirale benutzt hatten.

Der Effekt lässt sich den Forschern zufolge nicht mit einem Publikationsbias und nicht durch den störenden Einfluss von Risikofaktoren erklären. Die protektive Wirkung von IUP ist womöglich in Populationen stärker ausgeprägt, in denen die Inzidenz von Zervixkarzinomen höher ist. Für die Erklärung, warum ein IUP vor Zervixkarzinomen schützen sollte, rücken die Forscher die Transformationszone der Zervix uteri in den Fokus, jenen Bereich, in dem das Zylinderepithel der Endozervix auf das Plattenepithel der Ektozervix trifft. Hier ist der Ort, wo HPV angreifen und präneoplastische Läsionen entstehen.

Es ist aber auch jene Region, die während des Setzens eines IUP mechanisch traktiert wird. Diese Manipulation könnte ein Gewebstrauma zur Folge haben, das wiederum zu einer zellulären Immunantwort führt, die eine etwaige HPV-Infektion oder präinvasive Läsion eliminiert. Ein IUP könnte aber auch eine reaktive, chronische, niedriggradige sterile Entzündung in Endometrium, Endozervikalkanal und Zervix hervorrufen. Der veränderte Immunstatus der lokalen Schleimhaut könnte den Verlauf einer HPV-Infektion modifizieren. Lokale Herde chronischer Entzündung könnten aber auch durch das lokale Trauma beim Einsetzen und Entfernen des IUP entstehen und eine lange anhaltende Immunantwort provozieren – ähnlich wie bei kolposkopisch gesteuerten Punchbiopsien zu beobachten. Vielleicht werden vorhandene präinvasive Läsionen, so eine weitere Spekulation, aber auch schlicht bei den rund ums Platzieren und Ziehen von IUP nötigen Manipulationen ausgemerzt. (rb)

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