Schweinegrippe in Südafrika

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JOHANNESBURG (dpa). Südafrika hat jetzt den ersten Schweinegrippe-Fall dieses Jahres bekannt gegeben. Eine Schwangere aus der Region Johannesburg habe sich mit dem H1N1-Virus infiziert, erklärte die Leiterin des Instituts für meldepflichtige Krankheiten, Dr. Lucille Blumberg. "Es kommt nicht unerwartet - wir könnten in dieser Grippe-Saison sogar noch mehr Fälle erleben", sagte sie und warnte vor Panik wegen Schweinegrippe bei der WM. Das Land habe sich gut auf mögliche Infekte vorbereitet.

Die winterlichen Infektionskrankheiten haben bereits ihre ersten Opfer auch unter den WM-Fans gefordert und mehrere von ihnen aufs Krankenlager gestreckt. "Wir beobachten zur Zeit eine starke Zunahme von schweren Magen-Darm-Infektionen", bestätigt der Johannesburger Mediziner Karl Brenner. Seine Einschätzung deckt sich mit der von Blumberg - auch sie erwartet in den nächsten Wintertagen eine witterungsbedingte Zunahme der Grippefälle. Allerdings warnt sie vor Panikstimmung wegen der Schweinegrippe - zumal die vom H1N1-Virus betroffene Frau positiv auf ihre Behandlung anspreche.

Südafrika hat sich diesmal in der Tat gut vorbereitet und in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO eine Infrastruktur aufgebaut und Notfallpläne in der Schublade liegen. Seit März gab es landesweite Impfkampagnen im Lande. Die WHO hatte dazu geraten, dass auch ein Serum gegen den Typ A des H1N1-Virus bei der Grippe-Vorsorge eingeschlossen sein sollte. Apotheken haben sich zudem eingedeckt mit Impfstoff, berichtet der Branchenverband PSA. Dazu gehört auch ein begrenzter Vorrat an H1N1-Impfseren. Bedroht sind vor allem schwangere Frauen und ältere Menschen mit chronischen Herz- und Lungenkrankheiten oder geschwächtem Immunsystem.

Afrika hatte vergangenes Jahr im weltweiten Kontext nur sehr wenige Fälle von Schweinegrippe gemeldet. Im WM-Gastgeberland Südafrika starben jedoch immerhin 93 Menschen daran. Die erste offiziell bekannte Infizierung mit dem H1N1-Virus hatte der Kap-Staat am 18. Juni 2009 vermeldet, als ein 12-jähriger Junge mit grippeähnlichen Symptomen bei der Rückkehr aus den USA aufgefallen war. Mit Blick auf das sportliche Mega-Ereignis im Lande hatte Südafrika zudem eine panafrikanische Konferenz einberufen, um gemeinsam einen Notfallplan zu erarbeiten. Eine echte Gefahr für die WM sieht das Institut für meldepflichtige Krankheiten daher nicht.

Zwar gibt es in einigen entlegenen Teilen des Landes noch Masern, doch auch diese Gefahr dürfte eher gering für WM-Touristen sein. Als weitaus höher wird dagegen ein anderes Risiko eingestuft: das von Erkältungen. Die frostigen Temperaturen des Süd-Winters haben WM-Touristen aus der ganzen Welt bereits zu wahren Massenanstürmen auf wärmende Jacken bei Camping-Ausstattern vor Ort veranlasst.

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