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Clusterkopfschmerz

Sind verstopfte Nebenhöhlen schuld?

Eine Mukozele in den Nasennebenhöhlen kann sich offenbar durch heftige Kopfschmerzattacken bemerkbar machen, die an Clusterkopfschmerzen erinnern. Über dieses Phänomen haben Schweizer Neurologen auf dem DGN-Kongress berichtet.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Heftige Kopfschmerzen, besonders während der Nacht - da kann eine Mukozele die Ursache sein.

Heftige Kopfschmerzen, besonders während der Nacht - da kann eine Mukozele die Ursache sein.

© Karuka / shutterstock.com

DRESDEN. Schön, wenn Ärzte die Ursache von heftigen Kopfschmerzen klar ausmachen können. Dass dies jedoch nicht immer einfach ist, zeigt ein Beispiel von Neurologen um Dr. Niklaus Meier von der Universitätsklinik für Neurologie in Bern.

Bei einer 24-jährigen Patientin erwies sich eine Mukozele im Sinus ethmoidales als wahrscheinlichste Ursache der Schmerzen, haben die Schweizer Neurologen auf dem DGN-Kongress in Dresden berichtet.

Die junge Frau spürte heftigste Schmerzen in der linken Wange, im Augen- und Stirnbereich. Die Beschwerden erreichten nachts ihren Höhepunkt und ließen erst in den Morgenstunden nach.

Begleitet waren sie von Tränenfluss, einer Augenrötung und einer periorbitalen Schwellung, welche die Patientin mit ihrem Handy dokumentierte.

Schmerzen nachts besonders heftig

In den folgenden beiden Nächten wiederholte sich das Geschehen, wenngleich der Schmerz nicht mehr ganz so intensiv war, dann hatte die Patientin keine weiteren Attacken. Ihr Hausarzt schickte sie mit Verdacht auf Clusterkopfschmerz in die neurologische Klinik.

Zu diesem Zeitpunkt war die periorbitale Schwellung wieder abgeklungen. Die neurologische Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten, auch Pupillenreaktionen, Augenbewegungen und Sehschärfe waren normal. Zudem zeigte die Patientin keine Zeichen einer Sinusitis.

Die Anamnese ergab gelegentliche Migräneattacken mit Aura. Eine Phono- oder Photophobie hatte die Patientin bei den aktuellen Attacken jedoch nicht bemerkt, ebensowenig eine Sehstörung.

Das Team um Meier untersuchte die Patientin nur per MRT, CT und nasal-endoskopisch. In den MRT-Aufnahmen zeigte sich eine hyperintensive Masse im linken Sinus ethmoidales, wie sie für eine Mukozele typisch ist.

Im Computertomogramm offenbarte sich eine deformierte und teilweise ausgedünnte mediale Orbitalwand und auch die Endoskopie zeigte Atrophien, die auf eine Mukozele deuteten. Der Sehnerv war zum Glück noch nicht betroffen.

Für Meier und Mitarbeiter zeigt dieses Beispiel, wie wichtig eine gründliche Abklärung bei Kopfschmerzpatienten auch mithilfe von bildgebenden Verfahren sein kann.

Dir Patientin hatte viele der IHS-Kriterien für Clusterkopfschmerz erfüllt, Ursache war hier aber offenkundig die Mukozele. Wird diese nicht schnell genug erkannt, können die Konsequenzen für Auge und Sehnerv verheerend sein.

Periorbitale Schwellung typisch

Eine Mukozele tritt häufig nach einem Trauma oder einem operativen Eingriff auf, kann aber auch spontan entstehen.

Sie verläuft häufig asymptomatisch, gelegentlich berichten Patienten über Augenschwellungen und lokale Kopfschmerzen. Heftige episodische Schmerzen wie bei der jungen Frau sind eher untypisch.

Warnzeichen für eine Mukozele als Auslöser von Kopfschmerzattacken sind nach Auffassung des Schweizer Neurologen ein langsamer Beginn, eine Schmerzdauer von mehr als drei Stunden und ein allmähliches Abklingen der Schmerzen.

Auch eine periorbitale Schwellung sollte stutzig machen. Die Berner Neurologen empfehlen generell auch die Anwendung von bildgebenden Verfahren zur Abklärung bei Verdacht auf Clusterkopfschmerz.

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