Direkt zum Inhaltsbereich

Stichverletzungen bald passé?

NEU-ISENBURG (ikr). Nadelstichverletzungen und die daraus resultierenden Folgen wie Hepatitis- und HIV-Infektionen sind nach wie vor recht häufig. So gibt es in Deutschland geschätzte 500 000 Nadelstichverletzungen (NSV) pro Jahr. Weltweit infizieren sich jährlich 66 000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens durch NSV mit Hepatitis B und 1000 mit HIV. Der konsequente Einsatz von Sicherheitskanülen kann NSV drastisch reduzieren.

Veröffentlicht:
Blutabnehmen ist immer noch ein Sicherheitsrisiko, oft kommt es dabei zu Nadelstichverletzungen. Mögliche Folge: Hepatitis- oder HIV-Infektionen.

Blutabnehmen ist immer noch ein Sicherheitsrisiko, oft kommt es dabei zu Nadelstichverletzungen. Mögliche Folge: Hepatitis- oder HIV-Infektionen.

© Foto: Klaro

Dass Kanülenstichverletzungen bislang immer noch keine Rarität sind, bestätigt eine aktuelle Fragebogenaktion an der Uniklinik Frankfurt am Main. Danach hat sich jeder dritte Krankenhausmitarbeiter mit direktem Patientenkontakt oder Kontakt zu Untersuchungsmaterial in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine NSV zugezogen.

Und: Jeder zweite Arzt hat eine solche Bilanz aufzuweisen (Trauma Berufskrankh 10-Suppl, 2008, 64). Konkret: 226 von insgesamt 720 befragten Mitarbeitern an der Frankfurter Klinik und 129 der 234 befragten Ärzte berichteten über eine NSV in den vergangenen zwölf Monaten.

Durch Sicherheitskanülen lassen sich NSV zuverlässig verhindern. "Dafür gibt es klare empirische Belege", so Dr. Frank Haamann, Arbeitsmediziner bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (Dtsch Med Wochenschr 133, 2008, 1054).

Und: In einer prospektiven Studie an der Uniklinik Heidelberg wurde untersucht, wie praxistauglich und effektiv Sicherheitskanülen sind. Im normalen Routinebetrieb wurden auf drei Krankenstationen die bis dahin üblichen Kanülen und Blutabnahmesysteme gegen Sicherheitssysteme ausgetauscht. "Die Studie war ein voller Erfolg. Im Beobachtungszeitraum trat keine einzige Stichverletzung mehr auf", berichtet Haamann.

Zum Schutz vor Nadelstichverletzungen bei der Thrombose-Prophylaxe und -therapie etwa trägt auch die neue Fertigspritze mit dem niedermolekularen Heparin Certoparin (Mono-Embolex®) mit ihrem automatischen Sicherheitssystem bei. Die Spritze hat aufgrund der Anwendungssicherheit und der Dosiergenauigkeit ein TÜV-Siegel bekommen, wie der Hersteller Novartis mitteilt.

Bei der Sicherheitsspritze handelt es sich um ein echtes Passivinstrument. Die Automatik, die den Anwender schützt, aktiviert sich von allein: Sobald dieser nach der Injektion den Kolben loslässt, bewegt sich die Nadel nach innen, sodass sie völlig abgeschirmt wird.

Mehr zum Thema

Op-Risiko Augen-Herpes

Katarakt nicht zu schnell nach Herpes-Schub operieren

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Eine Sporttasche liegt am Boden und ist gefüllt mit Sportsachen, wie einem Springseil, einem Fußball, Laufschuhen und Tennisschlägern.

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Ein Schild "Stromausfall wir können leider nicht öffnen. Im Notfall bitte klopfen" ist an einer Tür angebracht.

© Marijan Murat/dpa

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen