Diabetes mellitus

US-Diabetiker: Zahl der Amputationen deutlich gesunken

US-Diabetiker werden zunehmend besser betreut. Das spiegelt sich darin wider, dass die Rate von Bein- und Fußamputationen stark gesunken ist.

Veröffentlicht:

ATLANTA (eb). Die Zahl der Bein- und Fußamputationen infolge einer Diabeteserkrankung ist in den USA eklatant zurückgegangen. Im Jahr 2008 mussten sich 65 Prozent weniger Patienten über 40 Jahre einem solchen Eingriff unterziehen als noch im Jahr 1996.

Eine neue Studie der US-Regierung hat ergeben: Im Jahr 2008 betrug die Rate der nicht-traumatischen Amputationen einer unteren Extremität bei Erwachsenen mit der Diagnose Diabetes 3,9 pro 1000.

Im Jahr 1996 hatte diese Zahl noch bei 11,2 pro 1000 gelegen, wie die U.S. Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta / Georgia mitteilen. Für die Studie wurden Daten des National Hospital Discharge Survey ausgewertet (Diabetes Care 2012; 35 (2): 273-277).

Allerdings bestanden zwischen einzelnen Patientengruppen große Unterschiede: So waren im Jahr 2008 Diabetes-verursachte Bein- und Fußamputationen bei Männern wesentlich häufiger als bei Frauen, und zwar 6 im Vergleich zu nur 1,9 pro 1000.

Ebenfalls war mit 4,9 pro 1000 das Risiko bei Menschen mit dunkler Hautfarbe fast doppelt so hoch wie bei jenen mit heller Haut: Bei ihnen lag die Häufigkeit lediglich bei 2,9 pro 1000. Die höchste Rate aller Altersgruppen jedoch war bei über 75-jährigen Diabetikern zu verzeichnen: Hier waren es 6,2 pro 1000, wie die Wissenschaftler feststellten.

Blutzucker zunehmend besser eingestellt

Erklären lässt sich die Abnahme der Bein- und Fußamputationen nach Aussage der Forscher damit, dass der Blutzucker zunehmend besser eingestellt und auf die Fußpflege mehr Sorgfalt verwendet werde. Außerdem hat sich die Betreuung der Patienten insgesamt verbessert. Parallel zu diesen Trends sind auch kardiovaskuläre Erkrankungen zurückgegangen.

All diese Fortschritte hätten eine bessere Prävention von peripheren Verschlusskrankheiten, von Ulzera und Infektionen zur Folge gehabt.

Das signifikante Abfallen der Amputationsrate sei sicher ermutigend, schreibt Dr. Nilka Rios Burrows in der Publikation. Einiges müsse aber noch getan werden, um die Diskrepanzen zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen zu verkleinern.

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes ist die Hauptursache für Amputationen der unteren Gliedmaßen in den Vereinigten Staaten.

Mehr zum Thema

Kongress der Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin

Bei chronischen Wunden mehr Gefäßdiagnostik!

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher