Kopfschmerzen

Umfrage: Viele Jugendliche haben Kopfschmerzen

GREIFSWALD (ars). Kopfschmerzen sind bei Jugendlichen in Deutschland, besonders bei Mädchen, offenbar nahezu an der Tagesordnung. In einer Umfrage gaben zwei Drittel an, in den vergangenen drei Monaten mindestens eine Episode erlebt zu haben. Die Gründe sind nicht bekannt.

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Bei den Jungen betrug die Häufigkeit 60 Prozent, bei den Mädchen sogar 80 Prozent. Ermittelt hat das eine Arbeitsgruppe um Professor Wolfgang Hoffmann von der Universität Greifswald. Die Wissenschaftler legten knapp 3100 Schülern Fragebögen vor, mit denen sie Daten zu Kopfschmerzen sowie zum sozioökonomischen Status erhoben.

Die Schüler besuchten Haupt-, Real-, Privatschulen und Gymnasien in Westpommern, sie waren zwischen 12 und 15 Jahre alt (Cephalalgia 27, 2007, 347). Nach der Studie, die von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft unterstützt wurde, trat der Geschlechtsunterschied besonders bei den wiederkehrenden Kopfschmerzen zu Tage: 49 Prozent der Mädchen kreuzten an, im fraglichen Zeitraum mehr als einmal Attacken gehabt zu haben, aber nur etwa halb so viele Jungen (27 Prozent).

Außerdem steigt die Häufigkeit der wiederkehrenden Kopfschmerzen mit dem Alter, und zwar wiederum deutlich bloß bei den Mädchen: 43 Prozent der Zwölfjährigen berichteten von diesem Symptom, unter den Fünfzehnjährigen waren es schon 54 Prozent. Bei ihren männlichen Altersgenossen verlief die Zunahme nicht signifikant.

Weiterhin war bei Mädchen die Zahl der Kopfschmerztage in den vorausgegangenen drei Monaten höher (10 versus 7). Und sie stuften die Schmerzen auf einer visuellen Analogskala mit Höchstwert 10 als stärker ein (6 versus 5). Eklatant war auch der Unterschied beim Verdacht auf Migräne: Er besteht bei 17 Prozent der Mädchen, jedoch lediglich bei 8 Prozent der Jungen.

Zusätzlich ergab sich, dass die Prävalenz wiederkehrender Kopfschmerzen bei den Mädchen auch vom Schultyp abhängt: Auf den Hauptschulen litten 38 Prozent daran, auf den Gymnasien 53 Prozent. Das erklären die Autoren mit dem hohen Arbeitsanspruch auf Gymnasien - vielen Unterrichtsstunden und Hausaufgaben - sowie dem Leistungsdruck. Offenbar sind männliche Heranwachsende dagegen besser gewappnet: Bei ihnen war zwischen den verschiedenen Schultypen keine relevante Differenz zu beobachten.

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