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Wechseljahre

Vermehrt Hitzewallungen durch Kaffee?

Leiden Frauen in den Wechseljahren stark unter Hitzewallungen, sollten sie eventuell auf Kaffee verzichten.

Veröffentlicht:

ROCHESTER. Trinken Frauen in den Wechseljahren keinen Kaffee mehr, lassen das seelische Gleichgewicht, die Konzentration und das Gedächtnis nach. Mit Kaffee bleibt zwar die psychokognitive Balance erhalten, es kann aber vermehrt zu Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüche kommen.

So lassen sich die Ergebnisse einer US-Studie mit eigenwilliger Methodik interpretieren (Menopause 2014, online 21. Juli).

Die bisherige Literatur lieferte dazu widersprüchliche Angaben: Mal half Koffein augenscheinlich, solche Beschwerden zu lindern, mal war das Gegenteil der Fall. Ärzte um Dr. Stephanie Faubion von der Mayo Clinic in Rochester werteten Angaben von 1800 Frauen aus, die wegen Menopause-Beschwerden in die Klinik kamen.

Alle füllten einen Bogen mit insgesamt 33 Fragen aus (Menopause Health Questionnnaire). Die Fragen zielten auf vasomotorische Probleme (Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche), den Schlaf, neuropsychische Beschwerden (Kopfschmerz, Gedächtnis, Konzentration, Stimmung, Ängste, Müdigkeit), sowie auf Verdauung und die Sexualfunktion.

Für jede Frage gab es ein bis vier Punkte (keine bis starke Beschwerden). Zusätzlich wurden die Frauen gefragt, ob sie koffeinhaltige Getränke konsumierten oder rauchten.

Keine Angaben, wie viel Kaffee getrunken wurde

Nur 16 Prozent der Frauen tranken keinen Kaffee, Tee oder Cola. Koffein-Abstinenzlerinnen hatten etwas weniger Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche als Frauen, die Kaffee tranken (2,15 versus 2,30 Punkte). Doch waren neuropsychische Symptome mit 1,97 versus 1,91 Punkten signifikant stärker ausgeprägt.

Die Mängel der Studie liegen darin, dass der geringe Anteil von Frauen mit kompletter Koffeinabstinenz das Ergebnis verzerren könnte. Möglicherweise verzichten einige wenige Frauen aus gesundheitlichen Gründen auf Koffein, die einen größeren Einfluss auf die klimakterischen Symptome haben könnten als der Koffeinkonsum.

Das größte Manko dürften aber fehlende Angaben zum Ausmaß des Koffeingenusses sein. Würden die Beschwerden dosisabhängig auftreten, wäre das ein starkes Argument für einen kausalen Zusammenhang. Aber genau das haben die Studienautoren nicht untersucht.

Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, dass nur Frauen mit ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden befragt wurden. Möglicherweise haben aber Frauen im Klimakterium, die gerne Kaffee trinken, insgesamt seltener oder häufiger solche Beschwerden.

Das ließe sich aber nur in repräsentativen Befragungen ermitteln. Sinnvoller wären daher Kohorten- oder zumindest Querschnittstudien zu diesem Thema. (mut)

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