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Verschlucktes Magnetspielzeug verursachte Darmperforationen

FRANKFURT AM MAIN (ner). Kinderchirurgen warnen vor magnetischem Spielzeug, dessen Kleinteile verschluckt werden können. Solches Spielzeug werde oft Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen gegeben, um sie zu fördern. Gelangen die Teile in den Gastrointestinaltrakt, kann das lebensgefährliche Folgen haben.

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Spielbaukästen mit Magneten, aus denen sich Figuren oder Gebäude bauen lassen, sind seit einiger Zeit sehr beliebt. Besonders Eltern und Pädagogen schätzen sie zur Förderung behinderter Kinder. Oft werde nicht bedacht, dass diese Kinder vermehrt Spielzeug in den Mund nehmen und verschlucken, so die Erfahrung von Dr. Stephanie Löwenstein und ihren Kollegen von der Kinderchirurgie der Städtischen Kliniken Höchst in Frankfurt am Main.

Die Magneten sind sehr stark. Werden mehrere Teile verschluckt, können sie im Magen-Darm-Trakt aneinander haften. Zwischen den Magnetteilen kann die Darmwand komprimieren. Innerhalb weniger Stunden komme es dann zu Entzündungen und Perforationen mit dem Vollbild eines akuten Abdomens, so Löwenstein (Mschr Kinderheilkd 155, 2007, 39).

Werden mehrere Magnetteilchen verschluckt, muss rasch gastroskopiert oder offen operiert werden. Bei verschluckten nichtmagnetischen Fremdkörpern gleicher Größe würde man hingegen meist einfach die Magen-Darm-Passage abwarten.

Löwenstein und ihre Kollegen berichten über den Fall eines 18-jährigen Patienten mit psychomotorischer Retardierung (Angelman-Syndrom) und seit drei Tagen bestehenden, stärker werdenden Abdominalbeschwerden. Er hatte kolikartige, periumbilikale Schmerzen, verweigerte nach mehrmaligem Erbrechen die Nahrung und setzte keinen Stuhl ab. Die Mutter vermutete, dass er magnetische Teile aus einem Baukasten verschluckt hatte. Sonografisch wiesen die Chirurgen freie Flüssigkeit im Douglas-Raum nach, die Abdomen-Übersicht ergab freie Luft unter dem Zwerchfell sowie drei aufeinander gestellte, röntgendichte Fremdkörper im rechten Unterbauch.

Wie sich intraoperativ herausstellte, war die Darmwand bereits mehrfach perforiert. Nach erfolgreicher Erstoperation kam es wegen Verwachsungen drei Wochen später erneut zu Ileus-Symptomen.

In einem weiteren Fall operierten die Frankfurter Chirurgen einen 13-jährigen autistischen Jungen mit ähnlichen Symptomen unter dem Verdacht einer Appendizitis. Der Wurmfortsatz war jedoch unauffällig. Die eitrige Peritonitis beruhte darauf, dass sich insgesamt zehn Magnete im terminalen Ileum, im proximalen Dünndarm sowie im Magen befanden und bereits mehrere Perforationen verursacht hatten.

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