Viele Tote und Schwerverletzte bei Unfall mit Transrapid

LATHEN (ars/dpa). 23 Menschen starben in Lathen / Emsland beim ersten schweren Unfall einer Magnetschwebebahn und der schlimmsten Zugkatastrophe in Deutschland seit Eschede 1998. Zehn Schwerverletzte befinden sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Rettungskräfte und Angehörige werden von Seelsorgern betreut.

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Am Freitag morgen um 9.59 Uhr ging der Notruf ein: Der Transrapid war mit knapp 200 Stundenkilometern auf ein Wartungsfahrzeug gerast. Dieser mit Sensoren ausgestattete Arbeitswagen kontrolliert jeden Morgen die 32 Kilometer lange und bis zu sieben Meter hohe Trasse. Erst wenn er seine Runde gedreht hat, darf die Magnetschwebebahn starten.

Am Freitag hatten Mitarbeiter der Leitstelle offenbar grünes Licht gegeben, ohne sich zu vergewissern, ob der Bauwagen wieder in seine Parkbucht zurückgekehrt war. Die beiden Arbeiter konnten sich durch einen Sprung vor dem Zusammenprall retten.

Die Fahrerkabine der Schwebebahn aber riß auseinander, das erste Drittel des Zuges wurde völlig zerstört, das mittlere Segment zusammengequetscht. Die etwa 200 Helfer, die zur Unglücksstelle eilten, begannen die Leichen und Schwerverletzten zu bergen.

Um das Trauma besser verarbeiten zu können, wurden die Retter von Anfang an seelsorgerisch betreut - ebenso die Angehörigen, die im Lauf des Freitags auf dem Betriebsgelände der Betreibergesellschaft eintrafen und in einem eigens eingerichteten Zentrum empfangen wurden. Abgeschirmt und individuell begleitet warteten sie dort auf Nachrichten der Rettungstrupps.

Mittlerweile haben die Ermittler eine Liste mit allen Insassen der Schwebebahn erstellt: An Bord befanden sich fünf technische Angestellte, Mitarbeiter des Energieversorgers RWE, zwei US-Bürger, Altenpfleger und zwei Auszubildende, die die Fahrt als Auszeichnung bekommen hatten. Nun müssen die Namen den teilweise stark verstümmelten Leichen zugeordnet werden, wobei DNA-Untersuchungen hilfreich sind. Am Mittwoch wird es in Lathen einen Gedenkgottesdienst geben.

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