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Genauer als Ultraschall

Warum die CT bei Harnsteindiagnostik besser ist

Bei Nierensteinen ist die Ultraschalldiagnostik nicht nur in puncto Sensitivität der CT unterlegen. Sonografisch entdeckte Steine "wachsen": Sie erscheinen größer, als sie sind.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

BURLINGTON. Als bildgebende Methode der ersten Wahl zur Abklärung einer Urolithiasis wird in der deutschen Leitlinie der Ultraschall empfohlen. Eine Computertomografie ohne Kontrastmittel soll vor allem wegen der Strahlenbelastung erst als "weiterführende Standarddiagnostik bei Verdacht auf Harnleitersteine" zum Einsatz kommen.

In der Leitlinie wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass, entgegen diesen Empfehlungen, die native CT wegen ihrer hohen Sensitivität (94-100 Prozent) und Spezifität (92-100 Prozent) und der Überlegenheit beim Nachweis von Harnleitersteinen in vielen Kliniken bereits der diagnostische Standard ist.

Vorteil der CT: Exakte Größe und höhere Erkennungsrate

Ein retrospektiver Vergleich der beiden Verfahren offenbart nun einen weiteren Vorteil der CT: Sie ermöglicht eine exakte Größenbestimmung der Harnsteine, wohingegen im Ultraschall vor allem kleine Steine oft erheblich in ihrer Größe überschätzt werden. Für die Untersuchung wurden die Daten von 155 Patienten analysiert, deren Nierensteine innerhalb eines Tages mit Ultraschall und Low-dose-CT ohne Kontrastmittel (NCCT) dargestellt worden waren (Urology 2016, online 8. Juni).

Bei 58 Patienten (37,4 Prozent) ließen sich die Steine nur per NCCT entdecken. Der Durchmesser der sonografisch übersehenen Steine lag im Schnitt bei 4,5 mm. Bei zwei Patienten wurde allerdings nur der Ultraschall fündig. Die Steine von 79 Patienten (51 Prozent) konnten mit beiden Verfahren dargestellt werden.

Gemäß NCCT betrugen die Durchmesser = 5 mm bei 28 Patienten, 5,1- 10 mm bei 38 und > 10 mm bei 13; die jeweiligen Durchschnittswerte beliefen sich auf 3,9, 7,0 und 13,2 mm. Im Ultraschall wurden dagegen folgende Werte ermittelt: 7,2, 8,9 und 13,6 mm.

In der Gruppe = 5 mm lag der Ultraschall bei etwa 80 Prozent der Steine daneben, der Durchmesser wurde im Schnitt 3,3 mm zu groß eingeschätzt, ein Plus von fast 85 Prozent. In der mittleren Gruppe wurde etwa die Hälfte der Steine falsch beurteilt, das Größenplus betrug hier aber nur noch 1,9 mm (+27 Prozent).

Kleine Steine werden oft unnötig entfernt

Entsprechend der Sonografie hatten die Nierensteine bei 71 von 79 Patienten einen Durchmesser > 5 mm. Bei 19 (26,8 Prozent) musste die Größe nach der CT aber auf = 5 mm korrigiert werden.

Ein wichtiger Unterschied, wie die Studienautoren um Kevan Sternberg von der Universität in Burlington betonen, weil bei Steinen unter 5 mm in der Regel ein spontaner Abgang abgewartet werden könne. "Das Unvermögen, die Steingröße im Ultraschall exakt einzuschätzen, macht es schwierig, die Patienten über die Notwendigkeit und die Art der Intervention zu beraten."

Die Ärzte sehen trotzdem noch eine wichtige Rolle für Ultraschalluntersuchungen bei Verdacht auf Urolithiasis: "Sie sind sicher, vermeiden eine Strahlenexposition und können eine sinnvolle Methode für das initiale Screening sein."

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