Therapie-Eskalation

Was kommt nach Metformin?

Die Diabetestherapie eines kardiovaskulären Risikopatienten muss intensiviert werden. Welche Arznei würden Praktiker wählen?

Veröffentlicht: 05.12.2016, 12:15 Uhr

NÜRNBERG. Welche Therapieziele und Medikamente sind bei einem lebensfrohen Außendienstmitarbeiter im Weinvertrieb angemessen? Der 64-Jährige leidet seit sechs Jahren an Typ-2-Diabetes, ist übergewichtig (BMI 32), hat bereits einen Infarkt gehabt, und der Stoffwechsel ist trotz Metformintherapie nicht befriedigend eingestellt (HbA1c 8,1 Prozent).

Diese Kasuistik aus der m&i-Fachklinik hat Dr. Andreas Liebl aus Bad Heilbrunn bei einer Veranstaltung von Lilly und Boehringer Ingelheim auf der DDG-Herbsttagung dem Publikum vorgestellt. Ziel des Patienten sei es vor allem auch, Gewicht zu verlieren. Die Behandlung dürfe zudem wegen seiner langen Autofahrten das Hypoglykämierisiko nicht erhöhen.

Von dem Fachpublikum der Veranstaltung hätten sich die meisten für eine Therapie-Eskalation mit SGLT-2-Hemmer entschieden (47 Prozent), gefolgt von GLP-1-Agonist (33 Prozent) und DPP-4-Hemmer (16 Prozent). Abgeschlagen waren Basalinsulin (3,4 Prozent) sowie Sulfonylharnstoff und Acarbose (je 0,4 Prozent).

Liebl selbst hat sich bei dem Patienten für Empagliflozin entschieden. Das Medikament senkt nach Studiendaten wirksam und dauerhaft den HbA1c, das Hypoglykämierisiko wird nicht erhöht und zudem ist bei der Therapie eine Gewichtsabnahme von 4 bis 5 kg zu erwarten. Hinzu kommt auch eine leichte Blutdrucksenkung. Besonders hob Liebl die kardioprotektive Wirkung des SGLT-2-Hemmers hervor.

Bei Hochrisikopatienten hat die Arznei, verglichen mit Placebo die kardiovaskuläre Mortalität um relative 38 Prozent und die Hospitalisierungsrate wegen Herzinsuffizienz um 35 Prozent gesenkt.

Dem Patienten hat die Therapie geholfen: In sechs Monaten ging sein HbA1c auf 7,1 Prozent zurück und sein BMI auf 31, so Liebl. (eis)

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