Typ-1-Diabetiker

Was steckt hinter dem "Tod im Bett-Syndrom"?

BERLIN (DE) Typ-1-Diabetiker erleiden etwa dreimal häufiger einen Sekundentod als Nicht-Diabetiker. Viele junge Diabetiker sterben nachts im Bett, daher der Name "Tod-im-Bett-Syndrom".

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Man schätzt, dass dieses Syndrom Ursache für 6 Prozent aller Todesfälle bei Typ-1-Diabetikern im Alter unter 40 Jahren ist.

Oft wird bei der Autopsie eine Hypoglykämie bestätigt. Weitere Risikofaktoren sind männliches Geschlecht und Alkoholexzesse, berichtete Professor Simon Heller aus Sheffield beim Europäischen Diabetes-Kongress in Berlin.

Eine experimentelle Hypoglykämie, so Heller, könne zur Verlängerung des QT-Intervalls führen. Auch bei Patienten mit juvenilem Diabetes habe man solche QT-Verlängerungen im Status der Unterzuckerung beobachtet. Manche Patienten zeigten eine erhebliche Verbreiterung der QT-Strecke, die mit einem Anstieg der Adrenalin-Konzentration einherging.

Womöglich genetische Faktoren

Möglicherweise kommen sowohl genetische als auch äußere Faktoren zusammen, wenn eine tödliche Arrhythmie ausgelöst wird.

Das arrhythmogene Substrat wäre dann die Kombination einer starken nächtlichen Hypoglykämie und eines nicht mehr voll funktionstüchtigen kardialen Reizleitungs-Systems aufgrund subklinischer autonomer Neuropathie, so Heller.

Alternativ könnte durch den Schlaf die autonome Aktivierung gestört sein. Auch Bradykardien werden im Rahmen nächtlicher Hypoglykämien beobachtet, was den Verdacht auf einen erhöhten parasympathischen Tonus lenkt.

Wenn diese Annahmen stimmen, dann sterben die Patienten an ventrikulären Arrhythmien auf dem Boden eines verlängerten QT-Intervalls, ausgelöst durch nächtliche Hypoglykämien und autonome Neuropathie.

Quelle: www.springermedizin.de

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