Weiterer Antikörper bei metastasiertem Kolon-Ca verfügbar

ISTANBUL (urm). Für Patienten mit fortgeschrittenem Kolon-Ca gibt es eine neue Therapie-Option: den monoklonalen Antikörper Panitumumab. Vor wenigen Wochen ist das Medikament in den USA zur Drittlinien-Therapie dieser Krebspatienten zugelassen worden.

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Panitumumab ist ein gegen den Epidermalen Wachstums-Faktor-Rezeptor (EGFR) gerichteter Antikörper, der komplett aus Human-Eiweiß besteht. Für eine gegen EGFR gerichtete Therapie gibt es gute Gründe: Die Rezeptoren werden bei etwa 80 Prozent der Kolon-Ca-Patienten synthetisiert und sind Hinweis auf ein hohes Metastasierungsrisiko und eine schlechte Prognose. Gelingt es, die Aktivierung dieser Rezeptoren zu unterbinden, so entfällt ein wichtiger Stimulus für die Gefäßneubildung und das Tumorwachstum.

Bei der Krebs-Tagung ESMO in Istanbul hat Professor Eric Van Cutsem aus Leuven in Belgien Ergebnisse einer eigenen Studie bei Patienten mit Chemotherapie-refraktärem metastasiertem Kolonkarzinom vorgestellt. Im Vergleich mit einer optimalen supportiven Behandlung (BSC, best supportive care) ergaben sich für die mit Panitumumab behandelten Patienten signifikante Vorteile bei der progressionsfreien Überlebenszeit.

Die Vorteile zugunsten des monoklonalen Antikörpers waren unabhängig etwa von Alter, Geschlecht und Performance-Status der Patienten, wie Cutsem bei einem von Amgen veranstalteten Satellitensymposium berichtete. In der Zulassungsstudie mit mehr als 460 Patienten lag das progressionsfreie Überleben in der Verumgruppe bei 96 Tagen, in der BSC-Gruppe nur bei 60 Tagen.

In der Forschungs-Pipeline des Unternehmens ist Panitumumab nur eine von mehreren Innovationen für die zielgerichtete Tumortherapie. Bereits in klinischer Prüfung befindet sich mit Denosumab ein weiterer humanisierter monoklonaler Antikörper, der Patienten mit Knochenmetastasen zugute kommen könnte. Der Antikörper ist gegen den RANK-Liganden gerichtet, einen Faktor, der für Bildung, Funktion und Überleben von Osteoklasten essentiell ist.

Bei der Realisierung dosisdichter oder dosisintensiver Chemotherapie-Protokolle leisten hämatopoetische Wachstumsfaktoren schon seit Jahren wichtige Dienste. Ohne die zusätzliche Applikation von Faktoren wie G-CSF (etwa Pegfilgrastim/ Neulasta®) oder Darbepoetin alfa (Aranesp®) ist es vielfach nicht möglich, diese Protokolle frist- und dosisgerecht umzusetzen. Sowohl bei Pegfilgrastim als auch bei Darbepoetin alfa läßt sich ein effektives Ankurbeln der Hämatopoese bereits durch Injektionen jeweils im Abstand von mehreren Wochen erreichen.

Weitere Infos zu Darmkrebs etwa unter www.krebsgesellschaft.de



STICHWORT

RANK

RANK ist das Akronym für "Receptor activator of nuclear factor ?B". Dieser Rezeptor sitzt in der Membran von Makrophagen-ähnlichen Osteoklasten. Die Zellen resorbieren kalzifizierten Knochen. An den Rezeptor bindet der Ligand RANKL, ein Eiweiß, das dafür sorgt, daß Osteoklasten aktiviert werden und differenzieren. Es verhindert deren programmierten Zelltod. (ple)

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