Bluthochdruck

Weniger Albumin im Urin - auch ein Ziel bei Hypertonie

BARCELONA (hbr). Bluthochdruck und Mikroalbuminurie erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. "Je besser man den Blutdruck und die Proteinurie senkt, um so besser ist der Schutz vor solchen Ereignissen und der Schutz der Nieren", erinnert Professor Michael Weber aus New York City.

Veröffentlicht: 12.09.2006, 08:00 Uhr

Bei Mikroalbuminurie steigt das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis etwa um das Doppelte. "Das gilt auf jedem Blutdruck-Niveau", sagte Weber beim Kardiologenkongreß in Barcelona. Die Therapie sollte also Proteinurie und Blutdruck verringern, so Weber bei einem von Bristol-Myers Squibb und Sanofi-Aventis geförderten Symposium.

Eine besonders effektive Blutdrucksenkung ermögliche die Fix-Kombination von 300 mg Irbesartan und 25 mg des Diuretikums Hydrochlorothiazid, die jetzt die Europa-Zulassung erhalten hat (CoAprovelTM/ KarvezideTM 300/25). Das belege die 18 Wochen umfassende INCLUSIVE-Studie.

Bei den Teilnehmern war zuvor mit mehreren Monotherapien keine gute Blutdrucksenkung gelungen. "Mit der Kombination wurde bei allen Patientengruppen - Ältere, Frauen und Männer, Patienten mit Diabetes oder mit metabolischem Syndrom eine starke Senkung des systolischen Blutdrucks erreicht", sagte Weber: Die Abnahme betrug im Mittel 22 mmHg.

    Bei Spuren von Albumin im Urin ist KHK-Risiko verdoppelt.
   

Für den Angiotensin-Rezeptorblocker Irbesartan wurden außerdem nierenschützende Effekte in IRMA-2 (Study of the Effects of IRbesartan on MicroAlbuminuria in Hypertensive Patients with Type 2 Diabetes) belegt. An dieser Studie nahmen 590 Typ-2-Patienten mit Bluthochdruck und persistierender Mikroalbuminurie teil. Die Albuminausscheidung betrug im Mittel 56 µg/min.

Zwei Jahre lang nahmen die Patienten täglich 150 mg oder 300 mg Irbesartan (Karvea®, Aprovel®) oder ein Placebo ein. Mit dem Sartan schritt die Albuminurie bei deutlich weniger Patienten um mehr als 30 Prozent oder auf über 200 µg/min fort: In der Placebogruppe waren es 15 Prozent, mit 300 mg Irbesartan aber nur fünf Prozent. Die höchste Sartan-Dosis war bei gleichem Blutdruck am wirksamsten, so Weber.

In der IDNT-Studie (The Irbesartan Diabetic Nephropathy Trial) erhielten 1700 hypertone Typ-2-Diabetiker mit einer Proteinurie von mindestens 900 mg/Tag 2,5 Jahre lang täglich 300 mg Irbesartan, 10 mg Amlodipin oder ein Placebo. Ergänzend konnten weitere Blutdrucksenker genommen werden, außer Angiotensin-Rezeptorblockern, ACE-Hemmern und Kalziumantagonisten.

Das Ergebnis: Bei gleichem Blutdruckeffekt ging die Proteinurie nur mit dem Sartan signifikant zurück. Terminales Nierenversagen oder verdoppeltes Serumkreatinin waren damit um 23 Prozent seltener als in den anderen Gruppen

Mehr zum Thema

Fortbildung

CME-Kurs zu Diuretika in der Hausarzt-Praxis

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Ein Schild weist auf ein Corona-Testzentrum hin. Neue Regelungen sollen zum 1. Dezember kommen.

COVID-19-Pandemie

Neue Corona-Testverordnung ab Dezember

Check von und Lunge und Herz: Bei COPD-Patienten, die eine relevante kardiovaskuläre Erkrankung aufweisen, ist das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe deutlich erhöht.

Schwere Verläufe

Pneumologen definieren COVID-19-Risiken für Lungenkranke

Eigentlich sollte der DiGA nach einer ärztlichen Verordnung nichts mehr im Wege stehen – in der Praxis treten aber noch vereinzelt Probleme mit den Krankenkassen auf.

Exklusiv Hausarzt berichtet

Krankenkassen schmettern DiGA-Rezepte teils ab