Direkt zum Inhaltsbereich

Herstellungs-Prozess

Wie Enzyme nachgebaut werden

Die Herstellung von Enzymersatzprodukten ist sehr aufwendig. Diese werden von spezifischen Mikroorganismen oder in geeigneten Zelllinien nachgebaut.

Veröffentlicht:

Bei einem therapeutisch angewendeten Enzymersatz handelt es sich um große, hochkomplexe und empfindliche Biomoleküle, die bei falscher Handhabung, etwa wenn sie Hitze oder Kälte ausgesetzt sind, ihre Konformation und damit ihre biologische Aktivität ändern und ihre Wirkung verlieren können. Diese Moleküle müssen unverändert über das Blut zu den Zielzellen gelangen, dort über spezifische Rezeptoren aufgenommen und in der Zelle weiter zum Zielort, den Lysosomen, gelangen. Erst dort sollen sie ihre Wirkung entfalten und die pathologisch akkumulierten Substanzen abbauen.

Die Herstellung von Enzymersatzprodukten ist daher äußerst aufwendig. Sie können nicht chemisch synthetisiert werden, sondern werden von spezifischen Mikroorganismen oder in geeigneten Zelllinien nachgebaut. Zunächst wird dazu der genetische Bauplan für das humane Enzym in eine Wirtszelle, etwa Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO), humane, bovine oder murine Zellen transferiert. Diese übernimmt später die Enzymproduktion.

Die Wirtszellen werden geklont, um eine Masterzellbank zu generieren, für die die zuständige Arzneimittelbehörde eine Zulassung erteilt. Daraus werden wiederum Arbeitszellbanken hergestellt. Zellen aus diesen Arbeitszellbanken werden in großen Fermentern kultiviert. Die Zellen geben nun das therapeutische Protein in das Kulturmedium ab.

Dieses muss schrittweise aufgereinigt und biochemisch weiter bearbeitet werden, etwa um bestimmte Zuckermoleküle anzubauen, die die Endozytose in die Zielzelle ermöglichen. Für den Transport bedarf es auch einer stabilen Formulierung und Portionierung des Wirkstoffs.

Aus diesem komplexen Herstellungsprozess ergibt sich notwendigerweise, dass die gentechnisch hergestellten Wirkstoffe über den Herstellungsprozess charakterisiert sind – ein Unterschied zu synthetisierten Arzneimitteln, die über chemische und physikalische Parameter definiert sind. Die einzelnen Herstellungsschritte müssen deshalb detailliert definiert sein und werden über hunderte Parameter permanent kontrolliert. Ziel ist es, im Ergebnis weitgehend identisch wirksame Arzneimittelchargen zu erhalten und notwendige Sicherheitsstandards gewährleisten zu können. Die Produktion einer einzigen Charge kann Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. (ner)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dosisabhängige Effekte

Rauchen verschlimmert Morbus Basedow

Orphan Drug

G-BA: Hinweis auf geringen Zusatznutzen für Olezarsen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte