Umweltmedizin

Wie laut ist es in Großstädten? Arbeitsmediziner starten Umfrage

DORTMUND (cpa). Das Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund (IfADo) untersucht in einer Internetumfrage das subjektive Lärmempfinden von Bewohnern in europäischen Großstädten.

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Hintergrund für die Untersuchung ist die EU-Umgebungslärmrichtlinie. Sie sieht vor, dass alle Kommunen mit mehr als 250 000 Einwohnern sich ein Bild über den Lärm in ihrer Stadt verschaffen müssen. Als Finanzierunghilfe und Koordinierungsstelle gründete die EU dafür das Forschungsnetzwerk Silence. Mit den Geldern fördert sie die Untersuchung des IfADo sowie weitere Projekte zur Erforschung des Lärms und des Lärmempfindens.

"Da die Mittel aus der EU begrenzt sind, haben wir uns für die kostengünstige Variante Internet entschieden", sagt Dirk Schreckenberg von der IfADo. An der Umfrage haben sich in Deutschland mehr als 600 Menschen beteiligt. "Als Zwischenergebnis lässt sich feststellen, dass Anwohner Straßenlärm als stärkste Belästigung wahrnehmen", sagt er. Zu den entscheidenden Faktoren zählen das subjektive Lärmempfinden und die Dezibelzahl. Ärzte gehen davon aus, dass ein Lärmpegel von dauerhaft mehr als 65 Dezibel gesundheitliche Schäden hervorrufen kann.

Wer an der Studie teilnimmt, muss Fragen über seine Wohnumgebung und sein Lärmempfinden beantworten. Beispielsweise lautet eine Frage, ob ein erholsamer Schlaf nur in ruhiger Umgebung möglich ist. Andere Fragen beziehen sich auf das Arbeitsumfeld oder die Fähigkeit, sich an Lärm zu gewöhnen. Die Kommunen müssen bis 2013 Aktionspläne erstellen, wie sie Lärm verringern können. "Eine Möglichkeit wäre, den Verkehr an besonders lauten Stellen umzuleiten. Und zwar nicht mit vereinzelten Schildern, sondern systematisch", sagt Schreckenberg.

Weitere Infos samt Fragebogen im Internet unter www.ifado.de

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