Wie sich bei Vorhofflimmern der Rhythmus stabilisieren lässt

WIESBADEN (Rö). Ziele der Therapie bei Vorhofflimmern sind eine Verringerung der Symptomatik und eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Jedoch gibt es für die antiarrhythmische Therapie keine gesicherte Indikation zur Prognose-Verbesserung.

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Ein Drittel aller Klinikbehandlungen wegen Rhythmusstörungen sind durch Vorhofflimmern bedingt. Die kardiologischen Fachgesellschaften in den USA und die Europäische Gesellschaft für Kardiologie haben dazu Praxisleitlinien veröffentlicht (Circulation 114, 2006, e257).

Tipps zum praktischen Vorgehen hat Professor Dietrich Andresen vom Klinikum am Urban Vivantes in Berlin bei einem Symposium des Unternehmens meda beim Internisten-Kongress in Wiesbaden gegeben.

Beim Vorhofflimmern gibt es grundsätzlich zwei mögliche Strategien: medikamentöse Frequenzkontrolle oder Rhythmuskontrolle durch Kardioversion und Rezidivprophylaxe mit Antiarrhythmika.

Der Berliner Kardiologe schlägt dazu ein stufenweises Vorgehen vor: Beim ersten Anfall eines Vorhofflimmern wird nach der Klärung eventuell eine Kardioversion vorgenommen, jedoch noch keine antiarrhythmische Therapie begonnen. Kommt es zu einem zweiten Anfall, wird erneut kardiovertiert und danach mit einem Betablocker behandelt.

Nach einem möglichen dritten Anfall wird nach der Kardioversion bei Patienten ohne strukturelle Herzerkrankung zur Rhythmuserhaltung ein Klasse-Ic-Antiarrhythmikum wie Flecainid (vom Unternehmen als Tambocor angeboten) oder Propafenon verordnet. Dies wird auch in den Leitlinien empfohlen. Damit lässt sich die Rezidivrate nach Studiendaten in etwa halbieren, mit Placebo nimmt sie nur um 30 Prozent ab.

Nach einer kürzlich veröffentlichten Metaanalyse von Dr. Carmelo Lafuente-Lafuente aus Paris (Arch Intern Med 166, 2006, 719) zur Wirksamkeit von Antiarrhythmika in der Rezidivprophylaxe nach Kardioversion waren Wirkstoffe der Klassen IA, IC und der Klasse III effektiv in der Erhaltung des Sinusrhythmus.

Die Sterberaten waren insgesamt niedrig und lagen zwischen null und 4,4 Prozent. Bei Klasse-IA-Substanzen war die Mortalität im Vergleich zu Placebo etwas erhöht. Bei Behandlung mit dem Klasse-IC-Antiarrhythmikum Flecanid wurden in den analysierten Studien keine Todesfälle beobachtet.

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