Zwei erfolgreiche Therapien bei COPD

STOCKHOLM (grue). Das langwirksame Anticholinergikum Tiotropi-um senkt die Exazerbationsrate bei COPD-Kranken ähnlich stark wie die Kombinationstherapie aus dem Beta-2-Mimetikum Salmeterol und dem inhalativen Kortikosteroid Fluticason. Das hat jetzt die INSPIRE*-Studie mit mehr als 1000 Patienten mit schwerer COPD ergeben.

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Im primären Endpunkt, das heißt in der Zahl der Exazerbationen und der Häufigkeit der stationären Aufenthalte, waren beide Therapien gleich. Zur Behandlung bei Exazerbationen wurden in der Tiotropium-Gruppe allerdings mehr orale Steroide und in der Salmeterol/Fluticason-Gruppe mehr Antibiotika benötigt. "Beide Therapien sind effektiv, haben aber vermutlich verschiedene Wirkmechanismen", sagte Professor Wisia Wedzicha aus London beim Pneumologen-Kongress in Stockholm.

Bei den sekundären Endpunkten schnitt die Kombitherapie besser ab: Die damit Behandelten hatten eine höhere Lebensqualität und eine um 29 Prozent geringere Rate an Therapieabbrüchen. "Außerdem war die Gesamtsterberate in dieser Gruppe um 52 Prozent niedriger", sagte die Pneumologin. Der Mortalitätsunterschied (3 versus 5 Prozent) war signifikant.

Unerwünschte Wirkungen waren bei der Kombitherapie mit 66 Prozent etwas häufiger als bei Tiotropium (62 Prozent). Auch die Pneumonie-Inzidenz war bei der Kombitherapie etwas höher (5 versus 3 Prozent). An der Studie haben 1323 Patienten mit schwerer COPD teilgenommen. Sie erhielten außer der bisherigen Medikation zweimal täglich 50 µg Salmeterol plus 500 µg Fluticason als Fixkombination (Viani® forte Diskus®) oder einmal täglich 18 µg Tiotropium (Spiriva® HandiHaler®) in einem verblindeten Design. Die Studie dauerte zwei Jahre. Die Unterschiede in klinisch relevanten Parametern sollten für eine differenzierte Therapie genutzt werden, empfahl Wedzicha.

* INSPIRE: Investigating new Standards for Prophylaxis in Reduction of exacerbations

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