Baden-Württemberg

Arztanerkennung: 65 Prozent der Kandidaten in Baden-Württemberg schaffen Fachsprachenprüfungen

Knapp 700 Ärzte aus dem Ausland haben 2021 die von der Landesärztekammer Baden-Württemberg organisierten Fachsprachprüfungen bestanden. Die Kammer hofft auf die neuen Kollegen in der Versorgung.

Veröffentlicht:

Stuttgart. Im Ländle haben im vergangenen Jahr insgesamt 1066 Ärztinnen und Ärzte die Fachsprachenprüfungen durchlaufen. 690 davon haben die Prüfungen bestanden (65 Prozent), wie die Landesärztekammer Baden-Württemberg am Mittwoch mitteilte. Zum Vergleich: Im Vorjahr seien es 1062 Personen gewesen, 689 davon hätten bestanden (ebenfalls 65 Prozent).

Bei der Fachsprachenprüfung geht es nicht darum, medizinisches Fachwissen einer Kandidatin beziehungsweise eines Kandidaten zu testen, stattdessen handele es sich um eine 60-minütige Einzelprüfung, die anhand eines im Vorfeld definierten Fallbeispiels eine typische Gesprächs- und Dokumentationssituation aus dem Krankenhaus- oder Praxis-Alltag simuliert, verdeutlicht die Kammer.

„Traditionell arbeiten Ärztinnen und Ärzte international. Schon immer haben Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland in Deutschland die Versorgung mitgetragen, deutsche Ärztinnen und Ärzte sind im Ausland, um Neues zu lernen und andere Kulturkreise kennenzulernen. Heute ist ein wichtiger Aspekt, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und damit auch den Personalmangel im medizinischen Bereich ein Stück weit abzufangen“, kommentiert Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller die Zahlen.

Die Ärztekammer bringe sich ein, um Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland in hiesige Tätigkeitsfelder zu integrieren. Der Kammerpräsident verweist exemplarisch auf die Fachsprachenprüfungen, die die vier Bezirksärztekammern Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg und Südbaden durchführen. „Wir legen großen Wert auf ein hohes Sprachniveau, denn Verständigungsprobleme zwischen Patienten und medizinischem Personal oder dem medizinischen Personal untereinander können gravierende Folgen haben“, stellt Miller klar.

Marokko führt Liste der Quellländer an

Die Prüflinge, die die Fachsprachenprüfung 2021 erfolgreich absolvierten, kamen am häufigsten aus Marokko – insgesamt waren es 67 Personen. Es folgten als Herkunftsländer die Arabische Republik Syrien (45 Personen), Ungarn und Rumänien (jeweils 37 Personen), Italien (33 Personen) und die Türkei (29 Personen). Ebenfalls dabei waren unter anderem Ärzte aus Griechenland, Algerien, Russland, Libyen und Mexiko. Im Jahr davor war Ungarn das Land, aus dem die meisten erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten kamen (45 Personen), erneut gefolgt von der Arabischen Republik Syrien (44 Personen), Italien (37 Personen), Rumänien (33 Personen) und der Türkei (32 Personen). Marokko war hier noch auf dem siebten Platz (27 Personen). (maw)

Mehr zum Thema

Hausarzt berichtet über attraktive Arbeitsbedingungen

Arbeitskultur im MVZ: „Um 10 Uhr frühstücken wir“

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentare lesen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Konnektor adé?

Lauterbach will smartphone-basierte IT-Struktur für Arztpraxen

Ampel-Pläne

Ab April sollen Kassen für Corona-Impfungen zahlen