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COVID-Pandemie

Corona-Mutation jetzt auch in Hessen nachgewiesen

Die in Großbritannien verbreitete Variante B.1.1.7 ist in Hessen bei einem Mann entdeckt worden, der nun intensivmedizinisch behandelt wird.

Christoph BarkewitzVon Christoph Barkewitz Veröffentlicht:
Trotz eines negativen Coronatests hat ein Einreisender aus Großbritannien die Mutation B.1.1.7 nach Hessen gebracht.

Trotz eines negativen Coronatests hat ein Einreisender aus Großbritannien die Mutation B.1.1.7 nach Hessen gebracht.

© Arne Dedert/dpa

Wiesbaden. In Hessen ist am Dienstag erstmals die Corona-Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Mann, der zuvor direkten Kontakt zu einer Person hatte, die aus Großbritannien nach Deutschland eingereist war, wie das Sozialministerium am Mittwoch mitteilte. Der Mann werde derzeit intensivmedizinisch in einer hessischen Klinik behandelt.

Die eingereiste Person sei zunächst symptomfrei gewesen und negativ auf SARS-CoV-2 getestet worden, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Erst einige Tage später seien Symptome aufgetreten – wie auch in der Folge bei dem genannten Mann.

Die behandelnde Klinik habe eine Probe an das Institut für medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt geschickt, wo die mutierte Virus-Variante isoliert und später vom Nationalen Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité Berlin bestätigt worden sei. Die in Frankfurt vorgenommene Isolierung ermögliche nun, dass weitere virologische Eigenschaften dieser Variante näher untersucht werden könnten, so Klose.

Anmeldungen für Impftermine mit Anlaufschwierigkeiten

Für die – vorerst nur sechs – öffnenden „Regionalen Impfzentren“ in Hessen hätten am Dienstag, dem ersten Tag der Anmeldemöglichkeit, rund 9000 Menschen Impftermine vereinbaren können, bis Mittwochmittag gut 16 .000, teilte das Innenministerium in Wiesbaden mit. Zuvor hatten 400 .000 Menschen über 80 ein Schreiben der Landesregierung bekommen mit der Information, wie sie ihren persönlichen Termin für die Corona-Schutzimpfung vereinbaren können.

Insgesamt habe es am Dienstag zehn Millionen Versuche gegeben, einen Termin für die Schutzimpfung gegen Corona zu bekommen: mehr als acht Millionen Zugriffe auf dem Online-Anmeldeportal, fast zwei Millionen Anrufe auf die Hotline. Dies hatte zunächst zu einer erheblichen Überlastung und in der Folge zu einem Zusammenbruch der Systeme geführt.

Insgesamt stehen bedingt durch die Knappheit der Impfdosen für den Zeitraum vom 19. Januar bis 5. Februar nur rund 60 .000 Termine in den zu diesem Stichtag öffnenden sechs Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt zur Verfügung. Die übrigen 22 Impfzentren werden erst zu einem späteren Zeitpunkt die Arbeit aufnehmen.

Opposition kritisiert Auswahl der ersten Impfzentren

An der Konzentration auf die Städte hatte die Opposition im Landtag scharfe Kritik geübt. Gerade unter den alten Menschen über 80 auf dem Land seien viele nicht mehr so mobil, dass sie die lange Anreise zu einem der sechs städtischen Impfzentren bewältigen könnten, kritisierte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dr. Daniela Sommer. Wer nicht das Glück habe in deren Nähe zu wohnen, müsse lange Autofahrten und noch längere Anreisen mit dem ÖPNV auf sich nehmen, um möglichst bald geimpft zu werden.

Der FDP-Abgeordnete Yanki Pürsün verlangte die Öffnung aller 28 Impfzentren, auch wenn derzeit nur wenig Impfstoff zur Verfügung stehe. „Der Impfstoff muss zu den Menschen kommen, nicht die Menschen zum Impfstoff“, so Pürsün. Weite Anreisen sollten möglichst vermieden werden, da sie das Infektionsrisiko erhöhten und möglicherweise die Impfbereitschaft hemmten.

Die Zweitimpfung solle im selben Zentrum vorgenommen werden wie die Erstimpfung, heißt es aus dem Innenministerium. Termine dafür würden bei der Anmeldung online oder telefonisch immer gleich mitvereinbart und sollten in der Regel drei Wochen später erfolgen. Der nötige Impfstoff werde solange bei den vorgeschriebenen minus 70 Grad gelagert.

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