Saisonale Krankheitsausbrüche
Hessen arbeitet an Prognose-Tool für Ausbreitung von Atemwegserkrankungen
Neues Verfahren soll berechnen, wie sich Infektionszahlen bis zu 21 Tage in die Zukunft entwickeln können und so Ärzte, Kliniken und Gesundheitsämter auf ein hohes Patientenaufkommen vorbereiten.
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Neues Tool soll in Hessen die Entwicklung von Infektionswellen für drei Wochen berechnen.
© Elisa Schu/dpa
Darmstadt. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsämter und Krankenhäuser in Hessen sollen mithilfe eines neu entwickelten Tools frühzeitig über ein hohes Aufkommen saisonaler Krankheitsausbrüche informiert werden.
Wie das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) am Mittwoch bekannt gab, soll den Genannten mit der Prognose von Infektionszahlen bei akuten respiratorischen Erkrankungen, Influenza, RSV und Covid-19, ein Planungswerkzeug an die Hand gegeben werden.
Das HLfGP mit Sitz in Darmstadt und die Universitätsmedizin Frankfurt haben dazu das Projekt „Prospektive Steuerung regionaler Ressourcen auf Basis algorithmischer Modellierungen im Falle saisonaler Krankheitsausbrüche 2.0“ („ProSReMod 2.0“) gestartet.
Darin werden den Angaben zufolge anonymisierte Daten zu gemeldeten Infektionen und Daten der hessischen Sentinel-Surveillance – ein epidemiologisches Überwachungssystem, das stichprobenartig Daten zu bestimmten Krankheiten oder Gesundheitsereignissen sammelt – analysiert.
Mannigfaltiger Datenpool
Auf Basis algorithmischer, wahrscheinlichkeitsbasierter Verfahren werde dann berechnet, wie sich die Infektionszahlen bis zu 21 Tage in die Zukunft entwickeln, schreibt das Landesamt.
Zudem würden dafür öffentlich zugängliche Datensätze des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) verwendet, um die Versorgungssituation in Hessen abzubilden.
Die Informationen sollen dann mittels eines Dashboards den 24 Gesundheitsämtern, den Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung gestellt werden.
Tool soll Anfang 2027 live gehen
„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig belastbare Daten, klare Lagebilder und vorausschauende Planung für das Gesundheitssystem sind, erklärte HLfGP-Präsidentin Regine Bresler: „Ein Tool, das saisonale Krankheitsausbrüche systematisch erfasst und auswertet, stärkt unsere Fähigkeit, früh zu reagieren, Ressourcen gezielt einzusetzen und damit Versorgungsstrukturen leistungsfähig zu erhalten.“
In einer ersten Projektphase bis Ende Dezember 2026 sollen die vorhandenen Daten auf Nutzbarkeit und Konsistenz geprüft und die technischen Grundlagen für das Projekt geschaffen werden.
Live gehen solle das Tool dann spätestens im ersten Halbjahr 2027. Das Projekt wird mit Fördermitteln des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst unterstützt. (bar)











