Landtagswahl im Mai

Gesundheitspolitik ist wichtigstes Thema bei Wahlentscheidung in Schleswig-Holstein

Wichtigstes Thema für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist die Gesundheitspolitik, offenbart eine Umfrage der Techniker Kasse. Auch wenn die meisten Wähler mit selbiger zufrieden sind, sehen sie Baustellen.

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Auch wenn CDU und SPD Sicherheit und Kitas zur Landtagswahl am 8. Mai plakatieren, ist für die Wähler anderes ausschlaggebend.

Auch wenn CDU und SPD Sicherheit und Kitas zur Landtagswahl am 8. Mai plakatieren, ist für die Wähler anderes ausschlaggebend.

© Goldmann/picture alliance

Kiel. Gesundheitspolitik vor Klima und Bildung: In dieser Reihenfolge nennen die Menschen in Schleswig-Holstein die wichtigsten Themen für ihre Wahlentscheidung zur Landtagswahl am 8. Mai. Eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt aber auch interessante Ergebnisse zu Unterpunkten der Gesundheitsversorgung.

92 Prozent der Befragten gaben bei der im Januar vorgenommenen Umfrage an, dass die Gesundheitspolitik für ihre Stimmabgabe zur Landtagswahl entscheidend sei. Umwelt- und Klimaschutzpolitik erhielten 89 Prozent, die Bildungspolitik 88 Prozent (siehe nachfolgende Grafik).

90 Prozent der Befragten gaben an, insgesamt mindestens zufrieden mit der Gesundheitsversorgung im Norden zu sein, davon 19 Prozent „vollkommen“ und 31 Prozent „sehr“ zufrieden. Sieben Prozent zeigten sich „weniger“ zufrieden.

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Pflegeberuf attraktiv gestalten

Trotz dieser Werte sehen die Befragten viele gesundheitspolitische Herausforderungen auf die künftige Regierung zukommen. Mehr als 90 Prozent schätzen es als wichtig oder sehr wichtig ein, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.

Auch die Förderung von Investitionen in die Krankenhäuser und eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten halten die Befragten für notwendig. Über 90 Prozent von ihnen nannten es wichtig, dass eine bessere regionale Verteilung der Arztpraxen so gefördert wird, dass auch in schwächer besiedelten Gegenden mehr Arztpraxen zur Verfügung stehen.

Außerdem zeigt sich, dass die Menschen die Behandlungsqualität über die Wohnortnähe stellen. Bei einer planbaren Operation würden sich 91 Prozent für die Behandlung in einem Krankenhaus, das umfassende Erfahrungen mit der jeweiligen Behandlung hat, auch dann entscheiden, wenn es weiter vom Wohnort entfernt liegt. Neun Prozent würden sich für das wohnortsnahe Krankenhaus, das nicht für die Behandlung spezialisiert ist, entscheiden.

Bei der Suche nach einem passenden Krankenhaus geben 93 Prozent den Beleg der Behandlungsqualität durch objektive Daten als sehr wichtig oder wichtig an. 92 Prozent würden sich auf die Empfehlung durch ihren behandelnden Arzt verlassen.

Bereitschaft zur Telemedizin

Auch zur telemedizinischen Unterstützung wurden die Menschen befragt. Mehr als 70 Prozent der Befragten würden Hausbesuche von qualifiziertem Fachpersonal zur schnelleren Behandlung, bei denen ein Arzt per Video unterstützend zugeschaltet wird, eine Online-Terminvergabe, eine digitale Begleitung bei chronischen Erkrankungen oder elektronische Rezepte über das Smartphone nutzen wollen.

Interessant auch die Präferenzen im Notfall: 32 Prozent der Befragten hatten in den letzten drei Jahren gesundheitliche Beschwerden außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten. 43 Prozent dieser Betroffenen entschieden sich für den direkten Gang in die Notaufnahme eines Krankenhauses, 22 Prozent riefen über die Nummer 112 einen Krankenwagen, elf Prozent kontaktierten den ärztlichen Bereitschaftsdienst über die 116 117 und weitere acht Prozent suchten eine ärztliche Bereitschaftspraxis auf. (di)

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