Bayern

Kassen fördern gesunde Betriebe mit neuem Konzept

In Bayern wollen die Kassen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen dafür gewinnen, betriebliche Gesundheitsförderung anzubieten.

Von Christina Bauer Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Eine neue regionale Koordinierungsstelle soll bayerischen Unternehmen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung beraten. Sie wurde jüngst von der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE) und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) vorgestellt.

"Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens", sagt Hubertus Räde, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. In dem neuen Beratungsangebot sehe er "eine Chance insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen". Sie hätten oftmals weniger Ressourcen, betriebliche Gesundheitsförderung zu etablieren.

Dabei seien die grundsätzlichen Möglichkeiten, im Betrieb gesundheitsfördernde Maßnahmen zu etablieren, schon jetzt vielfältig. Gesunde Arbeitsumgebung, ausgewogenes Kantinenessen, Stressbewältigungs-Kurse, Bewegungsförderung, Achtsamkeitstraining – es sei "nahezu für jedes Unternehmen etwas dabei", resümierte Räde. Dass es vor allem ums Implementieren geht, bestätigte Professor Stephan Gronwald, Prodekan der Fakultät für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der TU Deggendorf. "Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Anwendungsproblem", stellte er fest.

Hier soll die neue Koordinierungsstelle ansetzen. Ein Online-Portal informiert über das Angebot. Den Bedarf im Betrieb analysieren, geeignete Maßnahmen entwickeln, diese umsetzen, bewerten und verbessern – bei all dem können sich Firmen gezielt und kostenlos Rat holen. Die Beratung kann vor Ort im Betrieb erfolgen, oder telefonisch.

Angefragt werden kann jede der in der ARGE organisierten Krankenkassen. "Wir wollen den Unternehmen individuelle Vor-Ort-Maßnahmen zur Verfügung stellen", so Robert Wolf, Fachbereichsleiter Versorgungsmanagement beim BKK Landesverband Bayern. "Wir brauchen (…) die jeweils passenden Maßnahmen", betonte auch vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Neben der vbw ist derzeit der Bayerische Handwerkstag in der Kooperation für die Koordinierungsstelle an Bord.

Wie die Vertreter der Kassen betonten, sind weitere Kooperationspartner willkommen. Seit der Einrichtung im Sommer 2017 haben sich 16.000 Besucher das Online-Portal angesehen. Konkrete Anfragen gab es ebenfalls schon einige, etwa von Firmeninhabern, Geschäftsführern oder Personalverantwortlichen.

Ganz neu ist es nicht, dass die Krankenkassen Betrieben bei der Gesundheitsförderung helfen. Mit dem Portal wird ihr Angebot aber zugänglicher und besser vernetzt. Zudem erfüllen sie die Vorgaben nach Paragraf 20b SGB V, der sie zur Beratung der Betriebe verpflichtet. Sukzessiv richten alle Bundesländer regionale Koordinierungsstellen für betriebliche Gesundheitsförderung ein. Sie orientieren sich am GKV-Leitfaden Prävention.

Mehr zum Thema

Bayern

SBK-Vertrag zum Weaning mit wenig Resonanz

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nicht jeder führt sich den Beipackzettel gerne zu Gemüte. Ist aber doch wichtig zu wissen, wann ein Medikament kontraindiziert ist.

© Dan Race / stock.adobe.com

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Die Frustration über die fehleranfällige Digitalisierung hat bei Ärztinnen und Ärzten im vergangenen Jahr zugenommen, zeigt das am Freitag veröffentlichte „Praxisbarometer Digitalisierung“ der KBV.

© baranq / stock.adobe.com

KBV-Praxisbarometer

Ärzte frustriert: Tägliche TI-Probleme in jeder fünften Praxis