"Palliativwerk Oldenburg" gestartet

Die neue Initiative will bereits vorhandene palliativmedizinische Angebote in Oldenburg bündeln und erweitern. Bislang sind zehn Ärzte beteiligt.

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OLDENBURG (cben). Im niedersächsischen Oldenburg geht eine Genossenschaft als Trägerin der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung an den Start: das "Palliativwerk Oldenburg eG".

Es ist seit dem 1. April von den gesetzlichen Krankenkassen als Leistungserbringer für die SAPV anerkannt.

Zu den Mitgliedern gehören zwei ambulante Pflegedienste, mehrere niedergelassene Ärzte, die Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg, das Evangelische Krankenhaus mit seinem Palliativzentrum und eine Apothekerin.

Pflegerische Versorgung wichtig

Die teilnehmenden Ärzte haben die Kursweiterbildung Palliativmedizin absolviert; die beteiligten Pflegedienste verfügen über mindestens drei festangestellte Pflegekräfte mit Abschluss einer Weiterbildung in Palliative-Care; die Apothekerin ist in Palliativpharmazie fortgebildet, teilt die Genossenschaft mit.

Mit der Initiative sollen bereits vorhandene palliativmedizinische Angebote im Stadtgebiet Oldenburg gebündelt und erweitert werden, sagt der Onkologe und Mitinitiator der Genossenschaft, Dr. Burkhard Otremba, zur "Ärzte Zeitung".

Dabei werde besonderer Wert auf die pflegerische Versorgung gelegt. Eine GmbH wollte man als Gesellschaftsform nicht wählen, um Verdacht zu vermeiden, man hätte es vor allem auf Rendite abgesehen, erläuterte Otremba.

Eine GbR kam aus Haftungsrechtlichen Gründen von vorneherein nicht in Frage. "Nachher macht ein Teammitglied einen Fehler und bei der Haftung sind dann alle mit im Boot - das geht natürlich nicht", sagt er.

1000 Patienten im Jahr angepeilt

Derzeit habe die Genossenschaft fünf feste ärztliche Mitglieder - alle aus der Praxis Otremba, sowie fünf kooperierende Palliativmediziner aus dem Stadtgebiet.

Noch vor der Sommerpause soll bei den Oldenburger Ärzten auf einer Veranstaltung für das Projekt geworben werden. "Wie groß das Ganze einmal wird, wissen wir noch nicht", sagt der Onkologe.

Die Genossenschaft rechnet aber mit rund 100 Patienten im Jahr. Derzeit seien drei Patienten eingeschrieben, heißt es.

Das Team des Palliativwerkes wird grundsätzlich auf Anforderung des Hausarztes tätig, die Grund- und Regelversorgung durch Hausarzt und/oder bereits beauftragtem Pflegedienst wird in Kooperation mit dem Palliativwerk Oldenburg fortgesetzt.

Wichtigste Aufgabe des "Palliative-Care-Teams" ist es, Krisen bei den Patienten rechtzeitig zu erkennen und möglichst Krankenhauseinweisungen zu vermeiden.

Info: 0441/93654016, info@palliativwerk-ol.de

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