Nordrhein-Westfalen

Reha-Einrichtungen wollen bessere Vergütung forcieren

Eine etwa 36 Euro höhere Vergütung benötigen die Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen, sagt der Bundesverband Geriatrie. Mit einer Kündigung der Vergütungsvereinbarungen wollen sie nun Neuverhandlungen erzwingen.

Veröffentlicht: 30.07.2013, 05:40 Uhr
Reha-Einrichtungen wollen bessere Vergütung forcieren

Ältere Frau bei der medizinischen Rehabilitation.

© Tyler Olsen / fotolia.com

KÖLN. Am Freitag hat der Großteil der im Landesverband Geriatrie organisierten Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation in Nordrhein-Westfalen seine Vergütungsvereinbarungen mit den Krankenkassen vor Ort gekündigt.

Damit wollen die Einrichtungen auf ihre wirtschaftliche Situation hinweisen und Neuverhandlungen mit den Kassen über die Vergütung erzwingen.

"Das Ende der Fahnenstange ist erreicht", sagte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie. "Es muss etwas passieren."

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 30 Einrichtungen, die sich um die fachspezifische Rehabilitation alter Menschen kümmern.

Während die an Krankenhäuser angegliederten Institutionen über Fallpauschalen vergütet werden, erhalten diese Einrichtungen meist Tagessätze für ihre Patienten von den Kassen. Sie liegen nach van den Heuvels Angaben im Schnitt bei 175 Euro.

Damit könnten die Einrichtungen ihre Personal- und Betriebskosten längst nicht mehr decken, sagte er. Laut einer vom Verband in Auftrag gegebenen Untersuchung, die 2010 veröffentlicht wurde und auf Daten aus dem Jahr 2007 beruht, wären dazu im Schnitt 211 Euro nötig.

Zwischen 2006 und 2012 seien die Kosten um weitere 18 Prozent gestiegen, während die Vergütungssätze größtenteils unverändert blieben. "Es gibt Kliniken, die haben seit acht bis neun Jahren keine Erhöhung mehr gesehen", so van den Heuvel.

Dreiviertel der Reha-Einrichtungen haben Vergütungsvereinbarung gekündigt

Erste Gespräche mit den Krankenkassen in NRW habe es zwar schon gegeben. Bisher hätten aber die notwendigen Signale gefehlt, das Problem auch wirklich angehen zu wollen.

Deshalb haben rund 80 Prozent von den 16 Reha-Einrichtungen, die dem Verband angehören, ihre Vergütungsvereinbarungen gekündigt, so van den Heuvel. Die Patienten in den geriatrischen Einrichtungen werden seinen Angaben zufolge darunter nicht zu leiden haben.

Die Versorgungsverträge, die jede Einrichtung mit allen Kassen abgeschlossen hat, würden noch bestehen. Nur die darauf aufsetzenden Vergütungsvereinbarungen seien gekündigt worden, um Neuverhandlungen nötig zu machen.

"Kündigungen von Vergütungsvereinbarungen durch einzelne Rehabilitationskliniken sind bei uns nach der Ankündigung des Bundesverband Geriatrie e.V. bereits eingegangen", sagte Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Konkret bezifferte Forderungen hätte die größte Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen aber noch nicht erhalten. "Sobald dies geschehen sein wird, werden wir selbstverständlich in konstruktive Vergütungsverhandlungen mit den einzelnen Rehakliniken eintreten." (frk)

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