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Sachsen: Augenarzt will Versorgungslücke mit mobiler Praxis schließen

Weil er Unterversorgung im Erzgebirge selbst täglich erlebt, hat der sächsische Augenarzt Dr. Simo Murovski nun ein digitales und mobiles Augenzentrum entwickelt. Unterstützt wurde er von der TU Chemnitz.

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So sieht das Modell des rollenden Augenzentrums aus. Pro Tag könnten dort 25 Patienten untersucht werden, so der Plan seines Erfinders Dr. Simo Murovski.

So sieht das Modell des rollenden Augenzentrums aus. Pro Tag könnten dort 25 Patienten untersucht werden, so der Plan seines Erfinders Dr. Simo Murovski.

© Simo Murovski

Zschopau. Der niedergelassene Augenarzt Dr. Simo Murovski aus Zschopau im Erzgebirge hat eine mobile Augenarztpraxis entwickelt. In der Erzgebirgsregion herrscht drohende Unterversorgung, weshalb das sächsische Sozialministerium und die KV Sachsen mit der Sächsischen Landesärztekammer und den Krankenkassen die Region Marienberg, zu der auch Zschopau gehört, zu einer Modellregion erklärt haben.

Angefangen hatte es bei Murovski vor drei Jahren mit einer telemedizinischen Sprechstunde. Dieses Angebot richtete sich vor allem an Patienten mit Diabetes, bei denen augenärztliche Kontrollen notwendig sind. Die Telesprechstunde sollte Murovski von regulären Wiederholungsuntersuchungen entlasten und ihm mehr Sprechstundenzeit für die Behandlung von Patienten schaffen.

Suche nach Unterstützern

Seit 2012 arbeitet Murovski als Augenarzt in Zschopau und sagt, er erlebe täglich den Ärztemangel und verzweifelte Patienten. Nun haben Simo und Kathrin Murovski die Kadina Research GbR mit Sitz in Zschopau gegründet (www.protosg.eu) und zusammen mit der Technischen Universität Chemnitz ein digitales und mobiles Augenzentrum entwickelt. Damit könnte schon 2023 begonnen werden, schätzt Murovski ein. Die Möglichkeiten der Diagnostik der mobilen Augenarztpraxis entsprächen dem Niveau einer Universitätsklinik.

Die rollende Praxis könne in jedes Dorf und in jede Stadt fahren. Pro Tag könnten 25 Patienten untersucht werden. Innerhalb von 48 Stunden erhielten die Patienten dann einen Befund. Nun hoffe er auf politische und wirtschaftliche Unterstützung, um das Projekt verwirklichen zu können, sagt Murovski. (sve)

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