IOC-Chef-Mediziner:

Unabhängiges Anti-Doping-Testsystem kommt voran

Das Internationale Olympische Komitee will bis zu den Winterspielen im Februar 2018 im südkoreanischen Pyeongchang ein arbeitsfähiges, unabhängiges Anti-Doping-Testsystem einrichten.

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LAUSANNE. IOC-Chefmediziner Richard Budgett sagte am Wochenende im Schweizerischen Lausanne: "Es wird in Pyeongchang etwas entsprechendes geben." Die Einrichtung (Independent Testing AUTHORity/ITA) soll künftig unabhängig vom IOC, von Staaten und internationalen Sportverbänden für Doping-Kontrollen zuständig sein.

Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr hatte das IOC schon die Bestrafung bei Doping-Vergehen an den unabhängigen Internationalen Sportgerichtshof (CAS) abgeben.

Budgett erläuterte am Rande eines Treffens der IOC-Exekutive, dass die ITA-Gründung nach Schweizer Recht in Arbeit sei. Die Behörde soll von den internationalen Verbänden entsprechend der beanspruchten Leistungen finanziert werden. In der bis zu dreijährigen Aufbauphase werde das IOC die ITA ebenfalls unterstützen.

Das Vorhaben ist eine Reaktion auf den russischen Doping-Skandal. Der kanadische Rechtsprofessor Richard McLaren hatte im Juli und Dezember 2016 zwei Berichte zu Doping in Russland vorgelegt. Nach seinen Erkenntnisse waren mehr als 1000 russische Athleten über Jahre in systematisches Doping mit Hilfe des Staates verwickelt.

McLaren belegte, dass positive Dopingtests russischer Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2014 im heimischen Sotschi ausgetauscht worden waren. Russland weist den Vorwurf des Staatsdopings zurück.

Derzeit untersuchen zwei Kommissionen des IOC die Hintergründe und das Ausmaß des Dopings in Sotschi. IOC-Präsident Thomas Bach hatte jüngst in einem Interview klar gemacht, dass Russland für Betrug in Sotschi bestraft werden muss. Spätestens im Oktober soll laut Bach über Strafen entschieden werden. Es gibt Forderungen nach einem kompletten Ausschluss Russlands von den Spielen in Südkorea. (dpa)

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