Doping-Ermittlungen

40 Blutbeutel sollen neue Erkenntnisse bringen

Der Seefelder-Doping-Skandal weitet sich aus: Die Polizei hat bei Hausdurchsuchungen Dutzende Blutbeutel sichergestellt. Hinter den Machenschaften steckt wohl ein internationales Doping-Netzwerk.

Veröffentlicht: 01.03.2019, 12:01 Uhr
40 Blutbeutel sollen neue Erkenntnisse bringen

Heruntergelassene Jalousien an der Praxis des Sportarztes Mark S. in Erfurt: Der Sportmediziner war am Mittwoch von Beamten festgenommen worden.

© WichmannTV/ dpa

ERFURT/SEEFELD. Im Doping-Skandal um einen Erfurter Sportmediziner hoffen die Ermittler auf weitere Erkenntnisse durch die Auswertung gefundener Blutbeutel. In Erfurt seien bei den Hausdurchsuchungen mehr als 40 davon sichergestellt worden, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete von mindestens einigen Dutzend kühl gelagerter Blutbeutel.

Angeblich seien diese mit Tarnnamen versehen gewesen, hieß es. Die Ermittler gehen von einem internationalen Doping-Netzwerk aus, in das neben den am Mittwoch festgenommenen neun Verdächtigen weitere Personen verwickelt sein könnten.

Bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld waren fünf Langläufer aus Österreich, Kasachstan und Estland im Zuge einer Razzia festgenommen worden. Alle haben inzwischen Eigenblutdoping gestanden und sind wieder auf freiem Fuß. Offen ist nun, ob weitere Athleten in die Affäre verwickelt sind. Beteiligt soll der Erfurter Arzt Mark S. sein, der inzwischen in München in Haft ist. Zudem wurden in Erfurt und Seefeld drei mutmaßliche Komplizen festgenommen.

DOSB: Keine deutschen Spitzenportler beteiligt?

Alfons Hörmann hatte als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) die Verwicklung deutscher Spitzensportler in die Affäre ausgeschlossen. Dem Erfurter Mediziner waren in seiner früheren Rolle als Radsport-Teamarzt schon Doping-Machenschaften vorgeworfen worden, dies hatte er stets bestritten.

Zum aktuellen Fall wollten sich seine Anwälte zunächst nicht äußern. Mark S. kooperiere aber „vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“, teilte einer der Anwälte der „Bild“-Zeitung mit. (dpa)

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