Highlights 2008

Ärzte fordern Neukonzeption für Gesundheitskarte

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Ulm, Mai 2008. Anfang 2006 sollte die elektronische Gesundheitskarte (eGK) kommen, so steht es bis heute im Gesetz, doch im Laufe des Jahres 2008 wurde nach und nach klar, dass wohl selbst 2009 das letzte Kapitel der unendlichen Geschichte des europaweit größten IT-Projektes noch nicht geschrieben werden würde.

Den Ärzten ist diese Entwicklung durchaus recht: Schon im April stoppen Ärzte in der Testregion Flensburg - eigentlich keine Kartengegner - die Tests zu den freiwilligen Anwendungen der Karte, weil sie im Praxisalltag nicht praktikabel sind.

Das Problem ist die Eingabe der Pinnummern durch Patienten (für die eGK) und durch Ärzte (für den elektronischen Arztausweis).

Für die Kritiker der Karte unter den Ärzten ist das Wasser auf die Mühlen. Beim 111. Deutschen Ärztetag in Ulm votieren die Delegierten mit großer Mehrheit für eine Neukonzeption des Projektes. Gefordert wird unter anderem

der Stopp der Tests zur eGK in den Testregionen der Betriebsgesellschaft gematik,

eine umfassende Evaluation vor der flächendeckenden Einführung der Karte und

der Stopp der Einführung des elektronischen Rezepts.

Zwar sind die Beschlüsse des Ärztetages nicht maßgebend für den weiteren Fortschritt des Projekts. Doch werden die Pläne der Bundesregierung, noch Ende des Jahres 2008 mit der flächendeckenden Einführung der Karte zu beginnen, auch angesichts der technischen Probleme immer weniger realistisch.

Tatsächlich tut sich bis Jahresende nicht mehr viel, und 2009 ist Wahljahr. Erst 2011 beginnt die flächendeckende Ausgabe der neuen Karte, und der Einsatz von Online-Funktionen ist frühestens 2013 zu erwarten.

Die Skepsis vieler niedergelassener Ärzte ist bis heute geblieben. (ger)

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