Gesellschaft

"Anfänger in Weiß" - WDR begleitet junge Ärzte während ihrer Arbeit

KÖLN (frk). Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat sechs junge Assistenzärzte aus dem Elisabeth-Krankenhaus in Essen bei ihren ersten Gehversuchen auf medizinischem Terrain begleitet.

Veröffentlicht: 12.04.2006, 08:00 Uhr

Die zwölfteilige Dokumentations-Serie "Anfänger in Weiß" beschäftigt sich vor allem mit den Alltagssorgen und den Anfangsproblemen der jungen Mediziner, die seit einem Jahr im Elisabeth-Krankenhaus ihren Dienst tun.

So trifft man auf Bich Nguyen, die sich vor der Madenfußtherapie, die sie bei einem Patienten machen soll, genauso sehr ekelt wie der Patient selbst. Oder auf Patricia Weiß, die vor ihrer ersten Leistenbruch-Operation bei einem Kind allzu nervös ist. Und auch auf die alleinerziehende Mutter Susanne Rasusch, die ausgerechnet am Geburtstag ihrer Tochter noch spät in den Operationssaal muß.

"Man kann nicht sagen, daß meine Kollegen und ich zu Beginn besonders begeistert über die Idee waren, daß solch eine Doku-Serie im Elisabeth-Krankenhaus gedreht werden sollte", gibt Professor Georg Sabin, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, zu.

Die ärztliche Leitung fürchtete, daß das Image des Krankenhauses durch die doch sehr menschlichen Probleme der Jungärzte einen Kratzer bekommen könnte. Zudem hatte Sabin Bedenken, daß das Kamera-Team des WDR den Krankenhausbetrieb zu sehr stören würde. Die Sorgen entpuppten sich jedoch als unbegründet.

"Am Anfang haben die Dreharbeiten zwar ein bißchen behindert, doch ich und auch meine Patienten haben sich schnell daran gewöhnt, daß ich immer mit einem Kamera-Team bei ihnen auftauche", erklärt Assistenzärztin Patricia Weiß.

Als besonders stressig empfand die junge Assistenzärztin die filmische Dokumentation ihrer nächtlichen Bereitschaftsdienste. "Normalerweise verbringe ich die Zeit zwischen zwei Patienten schlafend, doch als der WDR da war, mußte ich in dieser Zeit noch Dinge vor der Kamera erklären oder Szenen nachstellen", sagt sie.

Insgesamt sei der Dienst mit Kamera aufwendiger gewesen als der normale Dienst. Der Mehraufwand hat sich aber gelohnt, denn Weiß ist mit dem Endprodukt sehr zufrieden. "Es wurde in der Serie alles so dargestellt, wie es auch tatsächlich gewesen ist."

Das Interesse der Fernseh-Zuschauer am Klinikalltag von Patricia Weiß und ihren Kollegen ist groß. Etwa 700 000 Bundesbürger sahen die erste Folge der "Anfänger in Weiß". Sabin erhofft sich durch die Dokumentation auch mehr Verständnis für seine Kollegen: "Vielleicht versteht nun der ein oder andere Zuschauer auch eher, warum viele junge Ärzte heute eine Verbesserung ihrer Arbeitssituation fordern."

Die Doku-Serie "Anfänger in Weiß" läuft noch bis zum 29. Mai, und zwar immer montags um 22 Uhr im WDR.

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