Deutschland

Wo die Armut zu Hause ist

Deutschland ist beim Thema Armut viergeteilt, berichtet der Paritätische Wohlfahrtsverband im neuen Armutsbericht. Wir zeigen, wie hoch die Hartz IV-Quote in den einzelnen Städten und Gemeinden ist.

Veröffentlicht: 12.12.2019, 12:22 Uhr
Wo die Armut zu Hause ist

Armut in Deutschland: Der Graben verläuft längst nicht mehr nur zwischen Ost und West, betont der Paritätische Wohlfahrtsverband.

© pusteflower9024 / stock.adobe.com

Berlin. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht eine wachsende Kluft zwischen Wohlstands- und Armutsregionen in Deutschland.

„Der Graben verläuft längst nicht mehr nur zwischen Ost und West“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider am Donnerstag anlässlich der Vorstellung des „Armutsberichts 2019“.

„Trotz eines erfreulichen Rückgangs der bundesweiten Armutsquote auf 15,5 Prozent (2018) zeichnen sich besorgniserregende Entwicklungen und neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab“, heißt es in dem Bericht.

Bei genauerer Betrachtung zeige sich Deutschland viergeteilt. Den „wohlhabenden“ Ländern Bayern und Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von zusammen 11,8 Prozent stünden Nordrhein-Westfalen und der Osten mit rund 18 Prozent gegenüber. Dazwischen lägen die weiteren Regionen Westdeutschlands mit einer Armutsquote von zusammen knapp 16 Prozent.

Westen tief gespalten

Der Armutsbericht zeige, dass auch der Westen Deutschlands tief gespalten und weit entfernt von Einheitlichkeit oder gleichwertigen Lebensbedingungen sei, sagte Schneider. Untersucht wurde für die Studie die Armutsentwicklung auf Länder- und Regionalebene. Insbesondere das Ruhrgebiet bleibe mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent bei 5,8 Millionen Einwohnern „Problemregion Nummer 1“.

Außerdem sei die Armut von Rentnern in den vergangenen zehn Jahren um 33 Prozent und damit so stark wie bei keiner anderen Gruppe angestiegen. Der Verband fordert in seinem Bericht unter anderem einen höheren Mindestlohn und höhere Hartz-IV-Sätze.

Statistische Daten ausgewertet

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts. (dpa)

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