Eine Metallröhre ersetzt die Staubtücher der Stasi

NEU-ISENBURG (run). Sie gehören zu den skurrilen Relikten der Stasi-Zeit - Geruchsproben. Im Vorfeld des G-8-Gipfels in Heiligendamm scheinen sie nun eine Renaissance zu erleben. Doch funktioniert diese Technik überhaupt?

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Zu den Hinterlassenschaften des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit gehören außer langen Aktenreihen und Millionen Karteikarten auch Geruchsproben. Die Stasi sammelte diese Proben von Regimegegnern in luftdichten Einmachgläsern. Die Proben wurden zum Teil unbemerkt gemacht - etwa indem Tücher auf Sitzkissen gelegt wurden. Zum anderen mussten festgenommene Dissidenten auf gelben Staubtüchern eine Probe ihres Körpergeruchs aus dem Intimbereich hinterlassen. Spürhunde hätten dann bei einer Fahndung anhand der Geruchsproben Dissidenten gezielt suchen können. Beispiele für einen erfolgreichen Einsatz dieser Methode sind allerdings nicht bekannt. In der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin werden noch 21 Geruchskonserven aufbewahrt, einige Gläser gingen zudem an Museen, etwa das Haus der Geschichte in Bonn, und Außenstellen der Behörde in den neuen Ländern.

Die Methode, die jetzt in die Diskussion geraten ist, ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft eine normale, wenn auch seltene Ermittlungsmethode. Sie sei vom Beweiswert her zwar nicht mit einem Fingerabdruck oder einer DNA-Spur vergleichbar, aber als Indiz wichtig. Die Proben werden dabei nach wissenschaftlich standardisierten Verfahren genommen, in dem der Beschuldigte eine Metallröhre ein paar Minuten in der Hand hält. Der Abgleich mit Spuren auf sichergestelltem Material - etwa einem Kleidungsstück, das am Tatort gefunden wurde - erfolgt durch besonders ausgebildete Hunde.

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