Heidelberg

Film-Forschung über Gesundheit und Hygiene

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HEIDELBERG. Aufklärungsfilme für Hygiene und Gesundheit ab dem Jahr 1900 sowie Amateuraufnahmen von Ärzten aus dem OP-Saal werden derzeit in Heidelberg gesucht und erforscht. Auch Werbefilme der Pharmaindustrie sind von Interesse.

Einen ersten Zusammenschnitt der bisherigen Funde hat das Heidelberger Institut für Geschichte und Ethik der Medizin jetzt in Heidelberg vorgeführt.

Unterstützt wird das Projekt mit knapp 372.000 Euro von der EU. Medizinhistoriker Dr. Philipp Stiasny sammelt dabei Gebrauchtfilme bis zum Jahre 1970. Die Filmschnipsel, die der Unimitarbeiter auf altertümlichen Schneidetischen derzeit sichtet, sind sowohl Profi- als auch Amateuraufnahmen.

Auch Profi-Material

Letztere haben Ärzte links und rechts des Oberrheins zwischen 1900 und 1970 gedreht: Operationen und Behandlungen zumeist, die zu Lehrzwecken auf Zelluloid gebannt wurden.

Der medizinische Nachwuchs in der Pfalz und Baden sowie im Elsass konnte ihnen vor der Leinwand immer und immer wieder beiwohnen.

"Solcherlei Filmstreifen gibt es zuhauf in der Oberrhein-Region, irgendwo in alten Schuhschachteln verstaut, unbeachtet auf Speichern und in Kellern vergessen oder in alten Arztschränken aufbewahrt, kaum jemals ordentlich katalogisiert", weiß Stiasny.

Doch das Projekt umfasst auch Profi-Material: Frühe Werbefilme der Pharmaindustrie oder aufklärerische Streifen zu Hygienefragen - auch diese erforschen die Heidelberger Medizinhistoriker.

Besonders interessieren sie sich dabei für Filme, die zu Propagandazwecken produziert wurden und die die so genannte "Erbfeindschaft" zwischen Frankreich und Deutschland transportieren. (mm)

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