Gespräche sollen im März stattfinden

Ärger in Berlin wegen Hausarztvermittlungsfällen: Haus- und Gebietsärzte wollen miteinander reden

Der Unmut der Hausärzte über Teile der Gebietsärzte ist in Berlin groß. Der Grund: Patienten beschweren sich, dass sie ohne Hausarztvermittlungsfall keine Termine bekommen. Jetzt sollen „Friedensgespräche“ die Wogen glätten.

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Stethoskop liegt auf einem Terminzettel für einen Arztbesuch.

Ohne Hausarztvermittlungsfall wollen einige Gebietsärzte offenbar keine Termine vergeben.

© Yantra / stock.adobe.com

Berlin. Die Hausarztvermittlungsfälle sorgen in Berlin zwischen Haus- und Gebietsärzten für Ärger. Die KV will zwischen den beiden Versorgungsebenen vermitteln und lädt beide Seiten zu einem Gespräch ein. „Man muss reden“, sagte KV-Vorsitzender Dr. Burkhard Ruppert am Donnerstag abend in der Vertreterversammlung.

Schon seit langem ärgern sich die Hausärzte darüber, wie manche Gebietsärzte die Regeln zum Hausarztvermittlungsfall auslegen. Am Donnerstag berichtete Hausarztinternist Kai Schorn davon, dass es ein Patient von einem Gebietsarzt sogar schriftlich bekommen habe, dass er ohne Hausarztvermittlungsfall keinen Termin bekommen werde.

„Da gibt es im Hausärztebereich viel Unmut“, sagte Schorn. Im März wollen sich beide Seiten auf Einladung der KV treffen und reden. „Die Bereitschaft ist da“, so Ruppert.

Zu wenige Augenärzte behandeln Kinder

Ebenfalls reden will die KV auch mit den Augenärzten. Denn es gebe in Berlin nur noch wenige Ophtalmologen, die „in großen Mengen“ auch Kinder behandeln, sagte der KV-Chef.

Dabei gebe es für diese Versorgung sogar eine Förderung, die aber entweder nicht attraktiv genug oder zu wenig bekannt sei. „Wir müssen auf die Augenärzte zugehen und fragen, was da los ist. Es kann nicht sein, dass Kinder ewig nach einem Augenarzt suchen müssen“, so Ruppert.

Die Niederlassungsförderung für die unterversorgten Gebiete der Stadt hat in den vergangenen Jahren dagegen so gut funktioniert, dass bei den Hausärzten eine Förderung nach dem Statut der KV inzwischen nicht mehr in Betracht kommt. Der Grund: In allen drei Planungsgebieten liegt der Versorgungsgrad mittlerweile über 90 Prozent.

Ähnlich erfolgreich war die Förderung bei den Kinder- und Jugendärzten: Hier ist derzeit nur noch der Planungsbereich Treptow-Köpenick ein Sorgenkind mit einem Versorgungsgrad von 84,5 Prozent.

KV: Müssen Vorsorge treffen

„Das ist richtig toll. Wir haben den Abwärtstrend aufgehalten und stabilisiert“, freute sich Ruppert. Dennoch könne sich die KV auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Denn weil vor allem in den östlichen Stadtteilen die Bevölkerung zunehme, werde der Versorgungsgrad langfristig wieder „aufgefressen“, so Ruppert. Die KV müsse hier rechtzeitig gegensteuern.

Zum ersten Mal seit mehreren Jahren wurde ein Gesamtvertrag mit einer Krankenkasse aktualisiert. Seit Januar 2026 existiert ein neuer solcher Vertrag mit dem IKK-Landesverband. Er soll nun die „Blaupause“ für die Novellierung anderer Gesamtverträge sein. Geschlossen wurde zudem mit dem Land eine Kooperationsvereinbarung zum Kinder- und Jugendschutz. (juk)

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