Montgomery

Flüchtlinge in Regelversorgung!

Der BÄK-Präsident äußert sich zur Gesundheit der Flüchtlinge: Ihre Epidemiologie sei keinesfalls dramatisch.

Veröffentlicht: 15.12.2015, 17:00 Uhr

BERLIN. Eine angemessene medizinische Versorgung der Flüchtlinge ist aus ärztlicher Sicht durchaus möglich. Das hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Professor Frank Ulrich Montgomery, in einem Video-Interview der BÄK erneut bekräftigt.

In der Stellungnahme betont er jedoch die Wichtigkeit der Integration der Flüchtlinge in die Regelversorgung; nach der Erstuntersuchung bräuchten sie eine Gesundheitskarte, um in das System eingegliedert zu werden.

Anfängliche Befürchtungen seien nicht eingetreten: "Die Flüchtlinge schleppen keine infektiösen Krankheiten ein, wie wir das ursprünglich befürchtet haben", erklärt Montgomery in der Video-Botschaft, die im Anschluss an den Flüchtlingsgipfel im Bundeskanzleramt aufgezeichnet wurde.

"Wenn man sie gut untersucht, wenn sie das erste Mal in Deutschland ankommen, wenn man dann da impft, wo Impflücken bestehen, dann haben sie eine normale Epidemiologie."

In der Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei auch über strengere Kriterien für ärztliche Atteste, die eine Abschiebung verhindern können, gesprochen worden.

"Wenn es bestimmten Kriterien folgt und auf guten Untersuchungsergebnissen basiert", so Montgomery, müsse solch ein Attest "selbstverständlich" anerkannt werden. Aktuell erstellten die Ärztekammern Kriterienkataloge, mit denen Rechtssicherheit für beide Seiten gewährt werden soll.

Mindeststandards für die Versorgung traumatisierter Flüchtlinge wollen Experten währenddessen auf einer Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie (DGPM) erarbeiten.

Die zügige Integration in Schule, Arbeitsmarkt und Gesellschaft ist laut aktueller Mitteilung "maßgeblich für die psychische Gesundheit von Flüchtlingen". In vielen Fällen könne erst unter gesicherten Verhältnissen ein Trauma erkannt und behandelt werden.

Ein ungeklärter Aufenthaltsstatus, keine Arbeitserlaubnis sowie Frustrationen durch bürokratische Verwaltungsmaßnahmen hingegen könnten die psychische Gesundheit der Flüchtlinge nachhaltig beeinträchtigen, heißt es. (jk)

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