Direkt zum Inhaltsbereich

Zellverjüngung

Forscherin widerruft Studie

Im Januar erregt eine Studie weltweit Aufsehen: Mit Säure habe ein Team Mäusezellen in eine Art Embryonalzustand zurückversetzt. Doch dann beschuldigte das Riken-Institut seine Forschungsleiterin der Manipulation. Die Forscherin wehrte sich, nun gibt sie angeblich auf.

Veröffentlicht:

TOKIO. Im Skandal um eine Studie zur Verjüngung von Körperzellen wird eine japanische Wissenschaftlerin nach Angaben ihres Arbeitgebers Forschungspapiere zurückziehen. Dr. Haruko Obokata habe sich schriftlich dazu bereit erklärt, gab das Riken-Institut am Mittwoch bekannt.

Die 30-Jährige war der stellenweisen Manipulation und Fälschung beschuldigt worden, was sie entschieden zurückgewiesen hatte.

Unter ihrer Leitung hatten Forscher aus Japan und den USA Ende Januar berichtet, dass sie unter anderem mit Hilfe von Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln (Nature 2014; 505: 641 und Nature 2014; 505: 676).

Das staatlich geförderte Riken-Institut hatte im April herausgefunden, dass Aufnahmen in der Studie solchen aus Obokatas Doktorarbeit aus dem Jahr 2011 ähnelten. Daraufhin wurde ihr geraten, die Forschungsartikel zurückzunehmen.

Das hatte die Wissenschaftlerin jedoch mit der Begründung verweigert, da dies bedeuten würde, dass die Forschungsergebnisse falsch seien. Dies sei aber nicht der Fall. Was zu ihrem angeblichen Sinneswandel führte, war am Mittwoch zunächst nicht bekannt. Laut Riken unterzeichnete Obokata ein Dokument mit der Einwilligung und schickte es an ihren Co-Autoren, Hitoshi Niwa.

Die Nachrichtenagentur Jiji Press zitierte einen Anwalt der Wissenschaftlerin, wonach sie in die Ecke getrieben worden sein könnte, einzuwilligen. Er glaube nicht, dass das wirklich die Absicht von Obokata sei.

Einer der Co-Autoren, Harvard-Professor Charles Vacandi, unter dem Obokata studiert hatte, lehnte ein Zurückziehen der Papiere ab. "Nature" prüft unterdessen selbst die Glaubwürdigkeit der umstrittenen Artikel und wollte in Kürze das Ergebnis bekanntgeben. Riken lässt derweil die Existenz der Zellen in Labortests nachprüfen. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Statistik

Digitales Organspenderegister nimmt langsam Fahrt auf

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 04.06.201414:31 Uhr

"Publish or perish" - Veröffentliche oder Verrecke!

Sucht, Zwang und Wahn kennzeichnet in z. T. beängstigender Weise den innovativ-ehrgeizigen Wissenschaftsbetrieb. Mit meinen bescheiden-kritischen eigenen Möglichkeiten lese ich täglich Studien, für deren Gehirnschmalz- und Papierverbrauch das Waldsterben nun wirklich nicht nötig gewesen wäre.

Hinzu kommen medizinisch-wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen, die zwar formal korrekt, inhaltlich aber nichtssagend bis irreführend und wertlos sind. Auffallend ist jedoch, dass in militärisch ebenso wie in überwachungs- und kontrollmäßig relevanten bzw. zukunfts- und marktträchtigen Forschungszweigen viel mehr Veröffentlichungen zurückgezogen werden müssen, als in sozial- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen üblich ist.

Es wird also in Zukunft noch einige Überraschungen geben. Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Corona-Pandemie

Lockdowns: Ein hoher Preis für den Nachwuchs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht