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Für den Organ-Engpass gibt es keine kurzfristige Lösung

BERLIN (gvg). Nie war bei der Organspende das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ungünstiger als heute. Wer darauf hofft, dass die moderne Biomedizin das Problem schon bald lösen wird, verschließt die Augen vor der Realität.

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Die zum Teil stark überzogenen Heilserwartungen etwas ins rechte Licht zu rücken, das war die große Stärke des Themenabends zur Organtransplantation, den der europäischen Fernsehkanal "arte" am Dienstagabend unter dem Titel "Werden wir unsterblich?" ausgestrahlt hat. Ob vollständig implantierbares Kunstherz, Ersatzorgan aus menschlichen Stammzellen oder gut verträgliches Xenotransplantat eines transgenen Tieres, alle diese potenziellen Lösungen der Organspende-Problematik sind noch weit von einer breiten Anwendbarkeit entfernt.

Die in den "arte"-Beiträgen konsultierten Experten machten das sehr deutlich. Seit 15 Jahren wird am Aachener Kunstherz gearbeitet, das eines Tages ohne jegliche Kabel nach außen den Kreislauf aufrecht erhalten soll. Weitere 15 Jahre, so schätzt der Techniker Dr. Ulrich Steinseifer, werden noch nötig sein, bis eine bedarfsgerechte Anpassung der Herzleistung, eine maximale Biokompatibilität und eine optimale EnergieEffizienz erreicht sind.

Auch Dr. Eckart Thein von der Uni München ist weit davon entfernt, seine Arbeit mit transgenen Schweinen als einen Lösungsansatz für die nahe Zukunft zu stilisieren. Er verändert das Erbgut von Schweinen so, dass auf der Oberfläche ihrer Blutgefäße menschliche Eiweißstoffe gebildet werden. Damit sollen zu massive Reaktionen des Immunsystems des Empfängers auf das Xenotransplantat unterbunden werden. Trotz einiger Erfolge sieht Thein eine umfangreiche Anwendung der Technik erst in 25 Jahren.

Die Botschaft, die hinter solchen Aussagen steckt, ist nicht schwer zu entschlüsseln. In Europa sterben derzeit pro Tag zehn der 40 000 Menschen auf den Wartelisten für eine Transplantation. Wer glaubt, dieses Problem unter Verweis auf moderne Alternativverfahren aussitzen zu können, betreibt Augenwischerei.

Was die Wirklichkeit ist, zeigte "arte" am Beispiel der Mukoviszidose-Patientin Manja aus Zehna in Mecklenburg-Vorpommern. Sie zählt zu denen, die das Glück hatten, nach einer mehrjährigen Wartezeit einen Spender für eine Ersatzlunge zu finden. "Es werden immer weniger", sagte Manja. Sie meinte ihre Freunde, die ihren 30. Geburtstag nicht erleben durften, weil sich nicht rechtzeitig ein Organ-Spender fand.

Wiederholung der Sendungen des "arte"-Themenabends am 17. März 2007, 8.45 Uhr

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